Lambecks Lamento – Auch welt.de scheut keine Blamage!

29. Januar 2010

Von Eckhard Supp – Geschickt sind sie schon, unsere Kollegen Weinkritiker in den großen Verlagshäusern der Republik. “Einige österreichische Weine sind ungehörig teuer” las ich heute morgen auf welt.de aus der Feder von Martin S. Lambeck, und ich gestehe, dass ich diesen Titel genau so las, wie es vermutlich beabsichtigt war: “Österreichische Weine sind ungehörig teuer” machte meine – nicht einmal überselektive – Wahrnehmung aus der Headline, und, wie um mir Recht zu geben, lautete die Aussage nur zwei Zeilen weiter bereits “Auffällig ist allerdings, dass viele gute österreichische Weine ein unangemessen teures Preisniveau erreichen.” Erst einige, dann viele – am Ende vielleicht sogar alle? Den Rest des Beitrags lesen »


Zeit online und die Weinblogger – eine unsägliche Geschichte.

28. Januar 2010

Von Eckhard Supp – Eigentlich hielt ich das Ganze für gar nicht wichtig und wollte es einfach übergehen: Zeit online hatte gerade – aus der Feder von Wolfgang Lechner - eine Auseinanderssetzung mit der Szene der Weinblogger veröffentlich, die mir so dünn und fadenscheinig vorkam, dass ich sie gleich ad acta legen wollte. Schließlich war ich ja von den Vorwürfen oder besser Anwürfen auch gar nicht betroffen.

Nicht nur, dass ich immer betont habe, dass ich mich nicht als Blogger im eigentliche Sinne verstehe. Der Artikel erwähnte darüber hinaus zwar eine Reihe von Blogs, aber weder meinen WorldWine Blog, noch meine Hauptpublikation, ENO WorldWine. Grund genug also, mich ruhig zurückzulehnen und mir die Nachtruhe nicht verderben zu lassen. Den Rest des Beitrags lesen »


Absturz der Food- und Weinzeitschriften – Spreu trennt sich vom Weizen

20. Januar 2010

Von Eckhard Supp – Ein wenig merkwürdig komme ich mir schon vor, wenn ich zum wiederholten Male an dieser Stelle das Problem der sinkenden Auflagen einiger Printmedien aus dem Food- und Weinsegment aufgreifen muss. Aber: Chronistenpflicht bleibt Chronistenpflicht, und die aktuellen Zahlen sind teilweise so dramatisch, dass es fahrlässig wäre, nicht darüber zu informieren.

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Das Internet und die Medien – 4. Teil: Journalismus in Zeiten des Webs

13. Januar 2010

Von Eckhard Supp – „Stammtisch“ oder „Marktplatz“ oder „Waschsalon“ hat der eine oder andere Kritiker die neuen Formen des sozialen Nachrichten- und Meinungsaustauschs („social media“) im Internet genannt, und so ganz falsch lag er damit auch nicht, wenn man es etwas genauer ohne den polemischen Unterton betrachtet. Denn diese traditionellen Klatschbörsen hatten eine Eigenschaft, die kluge Analytiker jetzt auch am Web diagnostizieren: Kommunikation spielte sich an, auf und in ihnen nämlich nicht nach dem Broadcastingmodell der klassischen Medien ab, als „one-to-many“-Kommunikation, sondern in Form des „many-to-many“. Nicht mehr nur ein kluger, gut recherchierender Kopf oder eine einzige Redaktion „sprechen“ zu ihren vielen Tausenden oder Millionen Lesern, Zuschauern, Usern, sondern alle sprechen mit allen – der Journalist mit den Usern, diese unter- oder auch durcheinander und dann wieder mit ihm – und tauschen Informationen, Meinungen, Quellen, Dokumente aus. Den Rest des Beitrags lesen »


Griechenlands Winzer investieren im Ausland

11. Januar 2010

Von Markus Stolz (Übersetzung des englischen Originals auf elloinos.com) - Ich wurde auf einen Artikel aufmerksam gemacht, der in griechischer Sprache von “Ta Nea online” publiziert wurde. Dort ging es darum, wie einige bekannte griechische Winzer damit begonnen haben, neue Geschäftsfzweige im Ausland aufzubauen. Das bekannte Weingut Kir Yiannis hat im vergangenen Quartal ein joint venture mit Mogao in China unterzeichnet. Es sollen nun 150 ha mit den griechischen Rebsorten Agiorgitiko, Xinomavro, Assyrtiko und Moschofilero bepflanzt werden. Ziel ist, jährlich 1 Millionen Flaschen Wein zu produzieren.

Das Weingut Spiropoulos expandierte nach Argentinien, Boutari besitzt ein Weingut in Südfrankreich, die Herren Gerovassiliou, Tsaktsarlis und Soldatos haben das Weingut Escapades in Südafrika gegründet. Dieses Weingut exportiert bereits seine Weine nach Deutschland, Schweden, und die USA. Laut Gerovassiliou ist es kein Geheimnis, dass griechische Weine sehr gute Qualität darstellen, aber weiterhin mit Problemen in den Exportmärkten kämpfen. Südafrikanische Weine dagegen lassen sich einfacher vermarkten. Den Rest des Beitrags lesen »


Das Internet und die Medien – 3. Teil: Brave New (Web)World

11. Januar 2010

Von Eckhard Supp – Im ersten Teil meiner Betrachtungen hatte ich die These aufgestellt, das Internet sei kein neues Medium „sui generis“. Das bedeutet allerdings nicht, dass es nicht doch eine Reihe innovativer Elemente in die Medienlandschaft eingeführt hätte, die diese in einigen Aspekten radikal verwandelt haben. Auch wenn das Web nur die bereits existierenden Medientypen aufgenommen und auf einer Plattform zusammengeführt hat, ist es doch weit mehr als nur deren verdünnte, substanzlose Kopie.

Was dieses Neue ist, möchte ich in diesem dritten Artikel herauszuarbeiten versuchen, ohne dabei in die ideologischen Fallen so manches Internet-Aktivisten zu fallen, dessen gnadenlose Selbstüberschätzung den unbefangenen Beobachter glauben machen könnte, er hielte sich für die Verkörperung des „neuen Menschen“, von dem die Utopisten aller Zeiten träumten und noch träumen. Statt vom neuen Generationenkampf zu schwärmen und die kritische Betrachtung durch Lagerdenken („Liebe Web-2.0-Gemeinde“, heißt es da gerne einmal in der Anrede) zu ersetzen, will ich die neuen Features des Webs einer insgesamt kritischen Betrachtung unterziehen. Nur so erscheint es mir möglich, eine qualitative Einschätzung und eine Prognose zur Nachhaltigkeit dieser neuen Medienelemente abzugeben.

Was also hat das Web wirklich neu entwickelt, wo liegen seine Stärken im Vergleich mit den klassischen journalistischen Medien, wo verändert es sie und stellt sie in Frage? Den Rest des Beitrags lesen »


Das Internet und die Medien – 2. Teil: Woran leiden die Printmedien?

9. Januar 2010

Von Eckhard Supp – Ist es wirklich das Internet, das derzeit die Printmedien bedroht, oder sind nicht vielmehr deren eigene Qualitätsverluste und mangelnde Anpassungsfähigkeit der Grund für die aktuelle Krise von Zeitungen und Zeitschriften? Dies zu ergründen, soll der zweite Teil unserer Serie versuchen.

Worin könnten solch existenzielle Schwächen der Printmedien liegen? Nun, ganz allgemein gesprochen auf zwei Ebenen: der eines schleichenden Qualitätsverlusts und der der nicht angenommenen Herausforderung durch das Internet. Die erste Gefahr hat Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Zeit, vor zwei Jahren auf einer Berliner Jahrestagung der Zeitschriftenverleger benannt: Es ist der generelle Qualitätsverfall, der viele Printmedien schon seit Jahren infiziert hat, und den unter anderem die bereits zitierte Internetseite von Stefan Niggemeier so gerne aufs Korn nimmt.

Ein weiteres, sehr schönes Beispiel für diesen Qualitätsverfall ist das Thema Wein und seine Behandlung in einer der renommiertesten Publikationen Deutschlands, dem Stern, dessen teilweise unterirdische „Leistungen“ ich wiederholt ausführlich dokumentiert habe (s. beispielsweise hier oder hier und hier, und der erst kürzlich mit einem anderen Ressort Gegenstand der Niggemeierschen Kritik war. Ist es ein Zufall, dass ausgerechnet der Stern im letzten Jahr auch Online hinsichtlich der Visits und Page Impressions stagniert und an Reichweite sogar verloren hat? Übrigens: Die neue Zeitschrift „Beef“ aus dem selben Verlag, steht dem Stern in dieser Hinsicht in nichts nach, wie man hier nachlesen kann.

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Das Internet und die Medien – 1. Teil: Presse, Weinpresse, beweinte Presse

9. Januar 2010

Von Eckhard Supp -  In den letzten Monaten ist auf diesem Blog und an anderer Stelle wiederholt über die Krise der deutschen Weinmedien geschrieben worden, eine Krise, die inzwischen – wie nicht nur von mir prognostiziert – zum Sterben des einen oder anderen Printtitels (z. B. Alles über Wein, Wein Gourmet) führte, während die anderen (Vinum, Selection, Weinwelt, Weinwisser etc.), betrachtet man ihre Auflagen, mehr schlecht als recht vor sich hin dümpeln.

Michael Pleitgen hat vor kurzem auf seinem Blog ebenfalls eine Bestandsaufnahme versucht und festgestellt, dass auch in Großbritannien, dem Land der klassischen Weinpublizistik, viele Medien ihre Weinrubriken einstellen, ja selbst das renommierte amerikanische Wall Street Journal gerade aus Kostengründen seine Weinkolumne von Brecher/Gaiter abschaltet. Craig Camp hat auf seinem dem Wine Camp Blog den „Death of the Wine Magazine“ analysiert und das Bild, zu dem auch die Auseinandersetzungen bei renommierten Weinführern wie dem Gault Millau Deutschland oder dem italienischen Gambero Rosso zählt, weiter komplettiert.

Es ist verlockend, in dieser Entwicklung lediglich eine Krise der Weinmedien zu sehen und von ihr auf ein wachsendes Desinteresse an Infos zum Wein schlechthin, vielleicht auch auf ein gesättigtes Informationsbedürfnis zu Weinfragen zu schließen. Dass dies aber deutlich zu kurz gegriffen wäre, zeigen auf der einen Seite die steigenden Zugriffszahlen der immer zahlreicheren Onlinepublikationen zum Thema, auf der anderen die teils sehr heftigen und weit über die Weinpublizistik hinausreichenden Auseinandersetzungen um die Frage „paid or free content“, in der sich derzeit englische oder deutsche Verleger und Autoren, amerikanische Medienmogule und Blogger aller Hemisphären einen Wettlauf um die zynischste Analyse, den pessimistischsten Ausblick und die unverschämteste Kritik am Konkurrenten zu liefern scheinen. Den Rest des Beitrags lesen »


Antibiotika im Wein? Information als gezielte Desinformation

10. Dezember 2009

Von Eckhard Supp - In den letzten Tagen wurde an verschiedener Stelle im Internet mehr oder weniger heftig darüber diskutiert, dass einige Institutionen und noch mehr Medien die Öffentlichkeit mit der Alarmmeldung schockiert hatten, in Weinen aus Übersee – erst war es nur Argentinien, dann kam Südafrika dazu – sei das Antibiotikum Natamycin entdeckt worden; immer tunlichst ergänzt durch den Hinweis, dass dieses Antibiotikum natürlich (!) in europäischen (deutschen) Weinen noch nicht entdeckt worden sei.

Ich habe an verschiedener Stelle behauptet, dass es sich bei Natamycin nicht um ein Antibiotikum, sondern um ein Antimykotum (Pilzhemmer) handele, und zog mir dafür die mehr oder weniger hämisch formulierte Replik zu, doch, Natamycin sei sehr wohl ein Antibiotikum, das hätten dieser Apotheker aus der Nachbarschaft und jener Vertreter der Pharmaindustrie einem höchstpersönlich bestätigt. Auch bei dieser Frage gilt natürlich, wie so oft: Frag zwei Apotheker (Wisschenschaftler, Experten) und Du bekommst drei Antworten (mindestens), eine Erfahrung, zu der auch Mario Scheuermann auf seinem Blog gerade Interessantes beiträgt (ich bin ja nicht der Einzige, der den Unterschied zwischen Antibiotika und Antimykotika betont). Fangen wir deshalb von ganz vorne an! Den Rest des Beitrags lesen »


Fakten, Fakten, Fakten – aber welche?

2. Dezember 2009

Von Eckhard Supp - Dirk Würtz, der Blogger-Priester – “Liebe Web 2.0-Gemeinde!” – aus Rheinhessen, hat sich seit einiger Zeit Südafrika als “Opfer” seiner publizistischen Gehversuche auserkoren. “Weinland Südafrika – Fakten” titelt er in einem heute veröffentlichten Post, in dem er sich daran macht, seinen Lesern mit 426 Wörtern und knapp 3.000 Zeichen die Basics des Weinlandes Südafrika näher zu bringen.

Um es gleich vorweg zu sagen: Das Ganze ist ein ziemliches Chaos. Wären die Fakten zu Südafrikas Weinbau nicht öffentlich zugänglich (z. B. hier), könnte man über solches Fischen im Trüben und die Rumraterei in diesem Artikel ja noch hinwegsehen, aber so ist das Ganze doch schon ziemlich peinlich. Ein kleiner Fakten-Check gefällig? Bitte schön! Den Rest des Beitrags lesen »