16. November 2009
Von Eckhard Supp – Es hätte keine bessere Bestätigung für den Standpunkt geben können, den wir in diesem WorldWine Blog und auf den Seiten von ENO WorldWine seit langem vertreten: Eine Metastudie der Universität Newcastle (GB) mit dem Titel „Impact of Alkohol Consumption on Young People“ (Der Einfluss von Alkoholkonsum auf Jugendliche) hat jetzt fast alle unserer Thesen und Standpunkte, die wir in den letzten Monaten und Jahren – insbesondere in der Auseinandersetzung mit der ehemaligen Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing – vertraten, in überwältigender Weise bestätigt.
Die Autoren der Metastudie hatten 162 Untersuchungen zum Thema unter die Lupe genommen und ausgewertet, wobei allerdings 60 wegen offensichtlicher methodischer Mängel und Fehler von der Auswertung ausgeschlossen werden mussten – schönes Kompliment für die Wissenschaftler! Zwar konstatierten sie, dass der Großteil dieser Studien aus den USA stammte und deshalb wenig für die Betrachtung der britischen (und natürlich auch deutschen …) Situation hergaben, aber da offenbar nur diese USA-lastige Material zur Verfügung stand, hielten sie die Auseinandersetzung mit ihm für relevant genug, um es mithilfe einer Metastudie zu analysieren.
Interessant ist die Studie nicht nur dadurch, dass sie sich ausdrücklich die Risiken und (!) die positiven Seiten des Alkoholgenusses von jungen Leuten vornimmt – die meisten der in der letzten Zeit veröffentlichten Studien hatte ja immer nur sehr einseitig die negativen Aspekte im Blick -, sondern auch dadurch dass das Profil der Risiken so gar nicht zu dem passen will, was die prohibitionistische Lobby, Bätzing immer feste voran, in den letzten Jahren in die Welt hinausposaunte. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Eckhard Supp
11. November 2009
Von Eckhard Supp – Normalerweise schreibe ich ja nichts über kommerzielle Angebot und Vorschläge, die mir ins Haus flattern, aber diesmal schlug es dem Fass doch den Boden aus. Ob es nur Naivität oder ein dem Datum (11.11. !!!) geschuldeter Karnevalsscherz war, vermochte ich nicht zu entscheiden: “(Wir) sind auf der Suche nach Kooperationspartner, die Interesse haben über Ihre eigene Seite unser Sortiment von derzeit fast 2.500 Weinen Ihren Lesern/ Kunden anzubieten. Natürlich ist dies für Sie kostenfrei“, so der Text der Mail in (fast perfektem Deutsch), die ich vor einigen Minuten erhielt. Der Online-Shop, auf den sich die Mail bezog, existierte tatsächlich, und neben dem umfangreichen Weinangebot kann man dort ein ganzes Sammelsurium von Waren bestellen.
Dass wir auf ENO WorldWine unter dem Deckmantel des Journalimus keinen Wein vertreiben (im Unterschied zu so vielen Printtiteln, die sich mehr oder weniger gut verschleiert nur allzu gerne vor den Karren kommerzieller Anbieter spannen lassen), dürfte ja nach 12 Jahren einigermaßen bekannt sein und hat einen ganz einfachen Grund: Wir wollen unsere journalistische Unabhängigkeit bewahren, weshalb wir die Sache bei Accessoires oder Ähnlichem, Dingen, die nicht Gegenstand unserer journalistischen Arbeit sind, auch deutlich genauer und gegebenenfalls wohlwollender prüfen würden.
Aber dass uns hier jemand eine Kooperation vorschlägt, mit deren Hilfe er von unseren Lesern Geld einnehmen möchte, und uns dabei generös anbietet, dies sei natürlich für uns „kostenfrei“, ist wohl der Gipfel der Unverschämtheit. Nein, man bietet uns keine Provision, keine Anzeigenschaltung oder Ähnliches an! „Kostenfrei“ soll es sein, wenn wir die Produkte des Anbieters unter die Leute bringen. Solche „Angebote“ bedürfen wohl keines Kommentars, aber ich kann nur jedem empfehlen, uns nicht mehr mit so etwas zu belästigen, da er in Zukunft riskiert, mit Vor- und Nachnamen öffentlich genannt zu werden.
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Verfasst von Eckhard Supp
31. Oktober 2009
Von Eckhard Supp – Mit Spannung war Beef!, das neue kulinarische Männermagazin aus dem Hause Gruner & Jahr erwartet worden, und so konnte ich – trotz der zahlreichen Kritiken oder gar Verrisse im Internet (z. B. hier („Zielgruppe verfehlt“) oder hier („wollen mir etwas verkaufen, was gleichzeitig Gegenstand journalistischer Berichterstattung war) oder hier („das altbacken daherkommende Magazin für kochende Machos“) oder hier („an die Arschgeigen unter uns Männern“), und das Alles noch einmal zusammengefasst hier – der Versuchung nicht widerstehen, mir eines der neuen Hefte zu kaufen. Um es gleich vorweg zu nehmen, es wurde ein Einkauf, den ich schon nach kurzer Zeit bereute.
Nachdem ich Beef! bei gleich zwei Zeitschriftenhändlern vergeblich unter den Kochzeitschriften gesucht hatte, wies mich eine freundliche ältere Dame darauf hin, dass das Magazin nicht dort, sondern bei den Männermagazinen zu finden sei, was ich dann schon ausgesprochen merkwürdig fand. So, als gehörten Kochzeitschriften per Definition zum „Frauenbereich“, während Männer, wenn sie schon kochen, mit dem Weiberkram nichts zu tun haben wollten. Diese Grundhaltung wird dann auch im Heft ausgiebig zelebriert. Da findet man Tipps zur Gründung eines Männerkochclubs – natürlich unter Ausschluss der Frauen – und die Tipps zur Herstellung von Mozzarella (aus Kuhmilch, igitt!) sind doppelbödig mit „New balls, please“ überschrieben. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Eckhard Supp
30. Oktober 2009
Von Eckhard Supp - Die Kulisse konnte spektakulärer nicht sein, und das Wetter spielte, trotz der schon recht niedrigen Oktobertemperaturen, ebenfalls mit. In Stockholms Opernrestaurant, sonniger Blick auf das Schloss des Schwedenkönigs, die Parkanlage des Kungsträdgården und die noblen Hotels der „Waterfront“ der Södra Blasieholmshamnen inklusive, hatte Australiens Kulterzeuger Penfolds zur Recorking-Clinic geladen.

Peter Gago (li), Chefönologe von Penfolds, beim Evaluieren der
Flaschen eines Sammlers im Stockholmer Opernrestaurant.
Penfolds Recorking-Clinic ist eine schon fast legendäre Institution, bei der in den letzten beiden Jahrzehnten weltweit schon mehr als 90.000 Flaschen alter – 15 Jahre ist das Mindestalter - Rotweine der australischen Kellerei begutachtet, geöffnet, verkostet und mit einem speziellen Label versehen wieder verkorkt wurden. Im Gegensatz zu dem, was gelegentlich in der Presse zu lesen ist, erklärt Peter Gago, der Chefönologe von Penfolds, der diese Veranstaltungen in der Regel selbst leitet, werden nicht nur alte Jahrgänge des Kultweins der Australier, des Grange (früher: Grange Hermitage) neu verkorkt, sondern auch die aller anderen, noch lagerfähigen Rotweine der Kellerei. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Eckhard Supp
20. September 2009
Von Heinz Behrens – Schon Aristoteles philosophierte über die positive Inspiration durch Weingenuss
„vergeblich klopft, wer ohne Wein ist, an der Musen Pforte“
und beim Lesen dieser Stelle habe ich erst einmal eine ordentliche Flasche geöffnet. Es ist ein
2004 Malterdinger Bienenberg
Weißer Burgunder Spätlese trocken
Weingut Bernhard Huber (Malterdingen/Baden)
Weiß Gott kein R(h)einfall sondern ein verdammt guter Einfall, denn der gehört zu den besten Weißen Burgundern in unserem Keller. Beim Winzer leider ausverkauft, aber wenn Sie ihn auf einer Weinkarte finden, kurz und trocken zuschlagen. Jeder Schluck ein Genuss! Ansonsten hat Bernhard Huber auch in den Folgejahren wunderbare Weißburgunder gekeltert, ähnlich wie seine badischen Kollegen Andreas Laible in Durbach, Cornelia und Reinhold Schneider in Endingen oder das Weingut Salwey in Oberrotweil am Kaiserstuhl.
Mein Großvater empfahl, möglichst an jedem Tag eine Flasche Wein zu öffnen, sie aber niemals allein zu trinken. Seine Mahnung: „Wenn du den Wein allein vor dich hinsüffelst, spätestens dann ist dein Problem offensichtlich. Und wird kurz darauf auch sichtbar!“
Und er gab mir noch einen Rat mit auf meinen Lebensweg:
Das Leben ist zu kurz um schlechte Weine zu trinken.
Daran hat er sich gehalten und ist 89 Jahre alt geworden.
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Verfasst von Heinz Behrens
20. September 2009
Wie immer, wenn die EU regulierend in historisch gewachsene Ordnungssysteme eingreift, sind viele schnell mit einer pauschalen Verurteilung bei der Hand. Aber ist an der neuen Weinmarktordnung wirklich alles so schlecht? Italiens Starwinzer Angelo Gaja zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild der neuen Regelwerke.
Von Angelo Gaja - Wie soll man die neue Weinmarktordnung bewerten? Ich versuche es einmal mit Noten. Eine Eins gebe ich dabei für die Pünktlichkeit. Allen Zweiflern zum Trotz, die meinten, es würde sicher wieder einen Aufschub geben, verabschiedete die Landwirtschaftskommission der EU pünktlich zum 1. August 2009 die Reform der EU-Weinmarktordnung.
Um die Bedeutung dieser Reform zu begreifen, muss man sich das bisherige System der EU-Landwirtschaftsförderung vergegenwärtigen: Über 75% der für den Weinbereich reservierten Ressourcen wurden allein für die Vernichtung der Überproduktion verwendet. Eine Überproduktion, die mitunter bewusst erzeugt worden war. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Eckhard Supp
8. September 2009
Von Eckhard Supp – Weder der Titel eines Weltmeisters – um genau zu sein eines „Weltmeisters der Sommeliers 1998″ – noch der eines „Masters of Wine“ schützen offenbar vor selbst gröberen Torheiten. Als solche muss man das bezeichnen, was der bekannte Sommelier Markus del Monego schon am 3. August auf den Foodseiten von Fit for fun in Sachen Weinempfehlungen von sich gab.
„Der beste Wein aus dem Supermarkt“ war der knappe Text überschrieben, in dessen Kürze leider gar keine Würze lag, und der von einer Liste von konkreten Weinempfehlungen aus verschiedenen Supermärkten ergänzt wurde. Die Hauptthese des Artikels war – vielleicht nicht zufällig? – unter den „weiteren Einkaufstipps unseres Experten“ versteckt. Sie lautete: „Verlassen sie sich nicht auf hohe Preise. Es gibt bereits tolle Weine ab zwei Euro.“Nein, Sie haben nicht falsch gelesen. Nicht von anständigen, preisgünstigen Weinen für das kleine Budget ist hier die Rede – „tolle Weine“, so der Experte, gebe es bereits für 2 Euro. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Eckhard Supp
27. August 2009
Von Michael Brecht – Der Shooting Star bei der diesjährigen Verleihung der Restaurant Awards des Australian Gourmet Traveller Magazins war das Rockpool Bar & Grill aus Sydney, der erst vor fünf Monaten eröffnete Ableger des berühmten Rockpool Restaurants in Sydneys Touristenviertel The Rocks. Wohl verdient, ist es doch eines meiner absoluten Lieblingsrestaurants hier Down Under. Das Rockpool Bar & Grill gewann in dieser Woche u. a. in den Kategorien „New Restaurant of the Year“, „Wine List of the Year“ and „Maitre d’ of the Year“ und ist mit insgesamt fünf Titeln bestdotiertes Restaurant des Landes.
Aus meiner Sicht ist natürlich die Weinliste von besonderer Bedeutung. Ich konnte es kaum glauben, als ich bei der Eröffnung erfuhr, dass in den Kellern des Rockpool mehr als 3.500 Weine auf die Verkostung warten. 3.500 Weine – das bedeutet , dass man fast 10 Jahre lang jeden Tag eine neue Flasche probieren könnte. Der Weinkeller repräsentiert ein Investment von umgerechnet knapp fünf Millionen Euro, mit Weinen, die das Inhaber-Triumvirat David Doyle, Trish Richards und der australische Starkoch Neil Perry in den letzten 20 Jahren sammelte. Den Rest des Beitrags lesen »
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Gastronomie | Mit Tag(s) versehen: Australien, downunderwines, wine award, wine list of the year |
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Verfasst von Michael Brecht
17. Juli 2009
Von Michael Brecht – Der deutsche Markt scheint für australische Weinexporteure ein schweres Pflaster zu sein. Neben einem Überangebot an Tropfen aus allen Ecken dieser Erde erlebt der deutsche Wein in den vergangenen Jahren ein wahres Come-back. Vorbei sind die Zeiten, in welchen der bevorzugte Spruch meines VWL Professors – “wer Rheinhessen säuft, der säuft auch Aral“ – durchaus Berechtigung hatte. Ich bereise zur Zeit mein altes Heimatland und genieße viele neue, frische und hochklassige deutsche Weine – landauf und -ab.
Deutschland war im vorvergangenen Jahr der zweitgrößte Weinmarkt Europas für die australischen Weinexporteure. Allerdings ist der Durchschnittspreis einer australischen Flasche in deutschen Regalen auf unter 2 EUR gerutscht. Eine durchaus normale Konstellation für ein Land, welches seinen Wein mehrheitlich über Supermärkte vertreibt. Leider ist ein solches Preismodell jedoch von nur ganz wenigen grossen Winzern durchzuhalten. Im Vergleich zu dem genannten Durchschnittspreis kostet ein Cappucino in Sydney oder Melbourne mehr. Und qualitativ kann eine solche Preispolitik keine Spitzenprodukte hervorlocken, wir finden in den deutschen Regalen die Weine, die in Australien kaum einer trinkt. Den Rest des Beitrags lesen »
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Handel | Mit Tag(s) versehen: australischer Wein, australischer weinexport, awbc |
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Verfasst von Michael Brecht