Stern vs. Rodenstock – Wer ist hier der Fälscher?

 

Von Eckhard Supp - „Der Stern gegen die Fälscher, 1.073ste Episode“, so hätte mein Editorial, das ich gerade veröffentlicht habe, auch überschrieben sein können. Denn seit der Stern selbst einmal dem größten Fälscher der deutschen Nachkriegsgeschichte (Konrad Kujau und seine Hitler-Tagebücher) auf den Leim ging, scheint man in der Redaktion hinter allem und jedem einen Fälscher vermuten zu müssen.

Nachdem Mario Scheuermann auf seinem Blog in den letzten beiden Tagen mit recht minutiöser Recherche die falschen Tatsachenbehauptungen des Artikels von Bert Gamerschlag zu den angeblichen Wein- oder Etikettenfälschungen von Hardy Rodenstock auseinandergenommen hat und auch Dirk Würtz den Weinhändler gegen eine Reihe von Beschuldigungen in Schutz nimmt, lag es mir am Herzen, einmal die unsägliche Diffamierungs-Methodik der beiden bisherigen Artikel von Gamerschlag unter die Lupe zu nehmen.

Dabei sollte ich eigentlich gar nicht in Hamburg am Schreibtisch sitzen, sondern in Florenz, besser gesagt im Anbaugebiet des Chianti Rufina, Weine probieren. Da die Lufthansa allerdings meinte, ohne Angabe von Gründen den Zubringerflug zur Florenz-Maschine in Frankfurt streichen zu müssen, blieb mir nichts anderes übrig als meinen Koffer wieder nach Hause zu rollen, denn die Aussicht, die weite Reise letztlich nur für ein Abendessen zu unternehmen, gefiel mir dann doch nicht sonderlich.

Dabei war meine zugesagte Teilnahme an diesen Rufina-Verkostungen ohnehin nur als „Test“ gedacht. Im Grunde finde ich es nämlich unerträglich, dass selbst innerhalb ein und derselben Region gleich drei Mal im Jahr von unterschiedlichen Konsortien zu sogenannten „anteprime“ – das sind Vorab-Verkostungen gerade für die Vermarktung freigegebener Weinjahrgänge – geladen wird, anstatt dass sich die Verantwortlichen an einen Tisch setzten und ihre teils größeren, teils ausgesprochenen Mini-Veranstaltungen so koordinierten, dass man sich als Journalist ein wenig der ätzenden Fliegerei – rein in den Koffer, raus aus dem Koffer – ersparte.

Seit einigen Jahren liege ich den Verantwortlichen in den Ohren, ihre Veranstaltungen zusammenzulegen, und jedesmal höre ich „sehr interessant“, „müssen wir drüber reden“ etc. Passiert ist dabei allerdings bis heute nichts!

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