Chianti was? – Unentdecktes Chianti Rufina

 

Von Christian Wenger – Die Weine der DOCG Chianti Rufina, der siebten Chianti-Zone, stehen im Vergleich mit Chianti Classico, Brunello oder Vino Nobile immer etwas abseits. Bei der alljälichen grossen Anteprima im Februar sind sie nicht dabei – wobei die Rufina-Winzer die Schuld daran den „Großen Drei“ der Toskana in die Schuhe schieben, die sie nicht dabei haben wollten – und genauso haben viele Weinfreunde diese Weine nicht auf dem Zettel, wenn es um Gewächse aus der Toskana geht.

Dabei liegt das Rufina-Gebiet so dicht an der östlichen Flanke von Florenz, dass es bequem von der Stadt aus zu erkunden ist. 23 Produzenten gehören zum Konsortium, das dieses Jahr die neuen Weine aus 2007 und die Riservas von 2006 vorstellte. Überzeugend dabei vor allem Nippozzano und Montesodi von Frescobaldi, Castello del Trebbio, Fattoria di Basciano, Fattoria Lavacchio mit Cedro, Selvapiana und Marchesi Gondi.

Am Vorabend der Verkostungen stellten die Produzenten in der feinen Villa La Massa (Schwesterhaus, genauso fein, ist die Villa d’Este in Carnobbio am Comer See) alte Rufina-Jahrgänge vor. Fazit der beeindruckenden Probe: In guten Jahrgängen kann auch Chianti Rufina, der gut 20 Jahre auf dem Buckel hat, locker mit den „Großen Drei“ mithalten. Die Stars der Degustation waren der Selvapiana 1985, ein reinsortiger Sangiovese von erstaunlicher Frische, süßen, weichen Tanninen und Aromen von Minze, Tabak, Nelken und Teer, sowie Villa Bossi 1990 (Marchesi Gondi) mit betörendem Duft nach schwarzem Trffel und Süßholz. Beides alles andere als Mauerblümchen!

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