Jetzt wird es Ernst – nächtliches Alkoholverbot im Ländle

 

Von Eckhard Supp – Was die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, sich bisher nur erträumt hat, soll in Baden-Württemberg offenbar sehr schnell Realität werden: Nach einem Beschluss der Stuttgarter Regierungskoalition aus CDU und FDP soll der Verkauf von alkoholischen Getränken an Tankstellen, Bahnhofskiosken und in Supermärkten in Zukunft zwischen 22 und 5 Uhr, eventuell auch ”nur” zwischen Mitternacht und 6 Uhr verboten werden. Die Koalition will dadurch dem Komasaufen und alkoholbedingten Straftaten einen Riegel vorschieben.

Da gleichzeitig die Sperrzeiten für die Gastronomie freizügiger gestaltet werden sollen, darf man raten, wo sich bier- und schnapssuchende Konsumenten in Zukunft bedienen werden – natürlich nur, wenn sie sich die höheren Preisaufschläge in diesen “Alkoholausgabestellen” auch leisten können, was vielleicht nicht bei jedem Hartz-4-Empfänger der Fall ist.

Interessant ist, dass – so ein Bericht auf welt.de -, dieser Beschluss mit Zahlen begründet wird, die längst überholt sind: “2006 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 19.500 Jugendliche ins Krankenhaus wegen Alkoholvergiftung eingeliefert- das sind doppelt soviele wie im Jahre 2000.” Der Haken an dieser Statistik ist, dass laut Bätzings eigener Aussage diese Zahlen 2008 schon wieder gesunken sind – ganz ohne Verkaufs- oder Werbeverbote für alkoholische Getränke.

Was lernen wir daraus? Die große Koalition der puritanischen Genussverächter ist voll in Fahrt. Und die Weinbranche? Die schläft weiterhin ihren Schlaf der Gerechten. Na denn, Prosit!

Eine Antwort zu „Jetzt wird es Ernst – nächtliches Alkoholverbot im Ländle“

  1. Helge Hagener sagt:

    Verbote haben noch nie etwas gebracht! Wer sich ins Koma saufen will schafft das auch, egal ob Tankstellen eine Alkohol-Sperrstunde haben oder nicht.

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