Rockpool Bar & Grill hat Australiens „Best wine list of 2010″

27. August 2009

 

Von Michael Brecht – Der Shooting Star bei der diesjährigen Verleihung der Restaurant Awards des Australian Gourmet Traveller Magazins war das Rockpool Bar & Grill aus Sydney, der erst vor fünf Monaten eröffnete Ableger des berühmten Rockpool Restaurants in Sydneys Touristenviertel The Rocks. Wohl verdient, ist es doch eines meiner absoluten Lieblingsrestaurants hier Down Under. Das Rockpool Bar & Grill gewann in dieser Woche u. a. in den Kategorien „New Restaurant of the Year“, „Wine List of the Year“ and „Maitre d’ of the Year“ und ist mit insgesamt fünf Titeln bestdotiertes Restaurant des Landes.

Aus meiner Sicht ist natürlich die Weinliste von besonderer Bedeutung. Ich konnte es kaum glauben, als ich bei der Eröffnung erfuhr, dass in den Kellern des Rockpool mehr als 3.500 Weine auf die Verkostung warten. 3.500 Weine – das bedeutet , dass man fast 10 Jahre lang jeden Tag eine neue Flasche probieren könnte. Der Weinkeller repräsentiert ein Investment von umgerechnet knapp fünf Millionen Euro, mit Weinen, die das Inhaber-Triumvirat David Doyle, Trish Richards und der australische Starkoch Neil Perry in den letzten 20 Jahren sammelte. Den Rest des Beitrags lesen »


Deutsche Weinliebhaber – für australische Winzer eine Fata Morgana?

17. Juli 2009

 

Von Michael Brecht – Der deutsche Markt scheint für australische Weinexporteure ein schweres Pflaster zu sein. Neben einem Überangebot an Tropfen aus allen Ecken dieser Erde erlebt der deutsche Wein in den vergangenen Jahren ein wahres Come-back. Vorbei sind die Zeiten, in welchen der bevorzugte Spruch meines VWL Professors –  “wer Rheinhessen säuft, der säuft auch Aral“ – durchaus Berechtigung hatte. Ich bereise zur Zeit mein altes Heimatland und genieße viele neue, frische und hochklassige deutsche Weine – landauf und -ab.

Deutschland war im vorvergangenen Jahr der zweitgrößte Weinmarkt Europas für die australischen Weinexporteure. Allerdings ist der Durchschnittspreis einer australischen Flasche in deutschen Regalen auf unter 2 EUR gerutscht. Eine durchaus normale Konstellation für ein Land, welches seinen Wein mehrheitlich über Supermärkte vertreibt. Leider ist ein solches Preismodell jedoch von nur ganz wenigen grossen Winzern durchzuhalten. Im Vergleich zu dem genannten Durchschnittspreis kostet ein Cappucino in Sydney oder Melbourne mehr. Und qualitativ kann eine solche Preispolitik keine Spitzenprodukte hervorlocken, wir finden in den deutschen Regalen die Weine, die in Australien kaum einer trinkt. Den Rest des Beitrags lesen »


Der Preis des Ruhmes – Penfolds präsentiert den Jahrgang 2004 des Grange

26. April 2009

 

Von Michael Brecht – Fragt man Weintrinker der ganzen Welt nach dem bekanntesten Wein Australiens, so wird in 9 von 10 Fällen der Grange von Penfolds genannt – mit diesem Namen verbindet die Weinwelt opulenten Shiraz aus den wärmsten Gegenden Australiens. Doch ist der Grange tatsächlich der größte Wein aus Down Under? Oder ist es ein eher überbewerteter Tropfen, vielleicht sogar unpassend für die heutige Zeit, sowohl was den Preis als auch was den Geschmack angeht?

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Max Schubert († 1994), der „Erfinder“ des Grange, im November 1978 in den Kellern des Weinguts Maggill von Penfolds (Foto: Eckhard Supp)

Alljährlich beginnt um diese Zeit die Debatte um den Preis und die Qualität des Penfolds Grange, denn am 1. Mai wird traditionell der neue Jahrgang präsentiert. Während in Deutschland der Tag der Arbeit gefeiert wird, greift Australiens Weinszene an diesem Tag tief in die Tasche und erwirbt eine Flasche des jeweils neuesten Releases. Den Rest des Beitrags lesen »


Foster’s Mixed-Drinks-Strategie gescheitert – Bier und Wein wieder getrennt

25. Februar 2009

 

Von Michael Brecht – Vor wenigen Tagen hat der australische Bier- und Weingigant Foster’s Group einschneidende Veränderungen seines Geschaeftsmodells angekündigt. Klein für internationale Maßstäbe, ist Foster’s mit seinen umgerechnet 2,3 Mrd. EUR Umsatz hier in Australien Platzhirsch, wenn es um Bier, Spirits, Weinproduktion und -handel, ja selbst um Gastronomie geht. Die Gruppe kaufte in den vergangenen Jahren einen Weinerzeuger nach dem anderen und versuchte sich im Angebot mit ‘Mixed Drinks’. Darunter ist nicht der Vertrieb von Alcopops zu verstehen, sondern das Vorhaben, neben Bier eben auch Weine im Handel zu positionieren. Jetzt ist klar: Dieser ‘Mixed-Drinks’ -Versuch ist gründlich in die Hose gegangen.

Fosters Wolf-Blass-Kellerei im Barossa Valley (© Eckhard Supp)

Foster's Wolf-Blass-Kellerei im Barossa Valley (© Eckhard Supp)

Doch schauen wir uns zunächst einmal die Produktlinien bei Foster’s an: Weltweit bekannt ist ja die in blau gehaltene Marke ‘Foster’s Beer’, alljährlich zu bewundern als einer der Hauptsponsoren des Australian Grand Prix in Melbourne. Die Marke Foster’s wird übrigens hier Down Under ganz wenig getrunken, sehr zum Erstaunen der vielen Touristen, die den Namen pauschal mit „Bier aus Australien“ verbinden. Ich persönlich kenne niemanden, der sich mit einem solchen Bier in der Öffentlichkeit zeigt. Das jedoch steht in krassem Gegensatz zum globalen Erfolg der Marke – in meiner Londoner Zeit kannten die australischen Pubs und Winebars Mitte der 90er Jahre nur einen Superstar: Foster’s vom Fass. Den Rest des Beitrags lesen »