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	<title>WorldWine Blog</title>
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	<description>Die Menschen der Weinwelt auf ENO WorldWine</description>
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		<title>Untergang des Abendlands abgewendet &#8211; die EU und der Rosé</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 12:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckhard Supp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Rosé]]></category>
		<category><![CDATA[Weingesetz]]></category>

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Von Eckhard Supp – Wer  in den letzten Wochen im Internet, insbesondere in einigen der Social Networks, nach dem Thema Rosé und die EU suchte, der wurde nicht nur fündig, er wurde von der Welle des Datenrücklaufs quasi überrollt. Der Tenor des weit überwiegenden Teils der Kommentare war: Unser Rosé ist in Gefahr, die EU [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=899&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Eckhard Supp</em> – Wer  in den letzten Wochen im Internet, insbesondere in einigen der Social Networks, nach dem Thema Rosé und die EU suchte, der wurde nicht nur fündig, er wurde von der Welle des Datenrücklaufs quasi überrollt. Der Tenor des weit überwiegenden Teils der Kommentare war: Unser Rosé ist in Gefahr, die EU öffnet den Weinindustriellen der Neuen Welt Tür und Tor.</p>
<p>Die Argumentation blieb dabei meist erstaunlich einfach und knapp: Rosé kann und darf nur aus roten Trauben erzeugt werden, hieß es, weiße und rote Moste bzw. Weine zu verschneiden, ist Panscherei, bei der nur Minderwertiges entstehen kann. So einfach und schlicht diese Position auch daherkam – sie schien zu verfangen, und eine Umfrage, die wir per „twitt poll“ (<a href="http://twtpoll.com/r/2ldwwu" target="_blank">hier</a> und <a href="http://twtpoll.com/r/oafq27" target="_blank">hier</a>) starteten, ergab denn auch ein eindeutiges Ergebnis: Nur 20 % der Befragten erklären, mit der von der EU beabsichtigten Aufhebung des Verschnittverbots bei Rosé einverstanden zu sein, 80 % waren dagegen.</p>
<p>Nun wäre das, wenn es die allgemeine Stimmungslage unter Europas Bevölkerungen widerspiegelte, ein demokratisch einwandfreies Resultat, und die EU trug dem auch relativ anstandslos Rechnung und ließ ihre Pläne ohne allzu großen Widerstand in der Schublade verschwinden, auch wenn das wahrscheinlich weniger der allgemeinen Stimmungslage in Europa als dem massiven Widerstand insbesondere südfranzösischer Roséerzeuger geschuldet war. Bleibt die Frage, wie stichhaltig die Argumente für oder wider die Aufhebung des Verschnittverbots wirklich waren!<span id="more-899"></span></p>
<p>Ich habe mir die Mühe gemacht und mich durch 2-300 Diskussionsbeiträge aus verschiedenen Foren gewühlt, um die Argumente der beiden Seiten im Zusammenhang darstellen und verstehen zu können. Den Anfang machte dabei eine – übrigens mit etwa 36.000 Unterzeichnern europaweit (!) nur mäßig erfolgreiche – Petition, die unter <a href="http://www.coupernestpasrose.com">www.coupernestpasrose.com</a> zu finden ist. In ihr werden eine Reihe von Behauptungen aufgestellt, die es Wert sind, einmal näher unter die Lupe genommen zu werden.</p>
<p>– Behauptung Nummer 1: „Bekanntlich entsteht Rosé durch die kontrollierte, frühe Pressung roter Trauben…“<br />
– Behauptung Nummer 2: Aus Weiß- und Rotwein kann „bei erheblich geringerem Kostenaufwand“ Rosé ge“mixt“ werden, als dies beim Frühen Pressen roter Trauben möglich ist<br />
– Behauptung Nummer 3: „… ein Verschnitt von Rot- und Weißwein kann kein Roséwein sein“.</p>
<p><strong>Emotion und Polemik</strong></p>
<p>In den Diskussionsforen, die ich durchstöberte, fand sich noch eine Reihe weiterer Argumente, aber auch viel Emotionales: Die Erzeugung von „Rot plus Weiß“ sei nur gut zur Vermarktung von Überproduktion – so als gebe es nur eine weltweite Überproduktion von weißen, nicht aber von roten Trauben –, nur der „echte“ Rosé, der nicht aus dem Verschnitt mit weißem Most/Wein entsteht, repräsentiere die wahre Tradition, und der EU gehe es lediglich darum, einer kleinen Gruppe von Winzern das Geldverdienen zu erleichtern und so der Profitgier Tür und Tor zu öffnen. Ganz Forsche behaupten auch, die Produktionsmethode dieses „echten“ Rosés stamme ursprünglich aus der Provence, und schon deshalb liege dort der Hort des „wahren“ Rosé. Manch ein Diskutant verstieg sich zu Aussagen wie der, „echter“ und „authentischer „ Rosé entstünde nur mittels der Methode der „saignée“, ja, er müsse sogar reinsortig sein, was sich schon bei einem flüchtigen Blick auf die Produktionsvorschriften der wichtigsten europäischen Rosés als absurd erweist.</p>
<p>Neben viel Romantischem und Emotionalem wurde es dann gelegentlich auch ausgesprochen demagogisch: Da wurde das Verschneiden von roten und weißen Mosten/Weinen als „Panscherei“ verurteilt, so als stehe, wer es praktiziere, auf einer Stufe mit den kriminellen Methanol- oder Glykolpanschern der jüngeren Geschichte, oder es hieß gar, Rot und Weiß zu verschneiden sei dasselbe, als würde der Wein „vollsynthetisch im Reagenzglas hergestellt“.</p>
<p>Da auch auf der Gegenseite nicht immer sachlich argumentiert und versucht wurde, die Diskussion dadurch zu „beenden“, dass erklärt wurde, der meiste Rosé sei ohnehin nur Plörre, oder aber, es sei völlig egal, wie ein Wein gemacht werde, Hauptsache er schmecke anschließend, muss ich hier etwas weiter ausholen, um die Diskussion wirklich auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Anschließend soll jeder entscheiden, wie er will, aber er wird es dann im Bewusstsein aller Implikationen seiner Argumente tun und nicht mehr vorgeben können, dies oder das habe er ja nicht gewusst.</p>
<p><strong>Die Definition des Rosés</strong></p>
<p>Beginnen wir mit der Frage der korrekten Definition des Begriffs Rosé, die von entscheidender Bedeutung ist. So einfach, wie es sich die Verteidiger des „echten“, abendländischen Rosés machen, die gern ihre eigene Definition als einzige wahre begreifen, ist es allerdings nicht. Jancis Robinson, die sicher Autorität genug besitzt, dass man sie hier zitieren darf, schreibt in ihrem Oxford Wine Companion: „Roséwein: Der Begriff steht für Weine in vielen Schattierungen von kaum merklichem Hellrosa bis zu kräftigem Hellrot..“ und „Für die Erzeugung von Weinen, die ihrer Farbe nach zwischen Weißwein und Rotwein liegen, sind seit langem verschiedene Verfahren in Gebrauch, heute werden jedoch zwei Methoden allgemein bevorzugt. Die verbreitetere besteht in einer kurzen Hülsenmaischung von Rotweintrauben unmittelbar nach dem Mahlen, … Manche sehr einfache Roséweine werden auch durch Beimischung einer kleinen Menge Rotwein zu einem Weißwein produziert …“.</p>
<p>Der „Brockhaus Wein“ definiert (ich weiß, das ist jetzt etwas unfair, da ich diesen Band selbst geschrieben habe J): „Rosé … rosafarbener bis hellroter Wein, der in der Regel aus Rotweintrauben gekeltert wird …. Ausnahmen sind so genannte →Rotlinge und Roséchampagner“, und auch der deutsche Weinautor Jens Priewe definiert Rosés in seinem Handbuch Wein zunächst als „lachsrote bis rosarote Weine aus roten Trauben, die vor der Gärung kurz auf der Maische gestanden haben &#8230;“, um dann zu präzisieren: „Die Weinindustrie, die den größten Teil der Rosés liefert, stellt sie aus einem Verschnitt von Rot- und Weißweinen her.“</p>
<p>Damit definieren die maßgeblichen Quellen Rosé zunächst einmal hauptsächlich über seine Farbe, nicht über eine bestimmte Machart – sie erkennen sogar explizit an, dass dieser Weintyp auf verschiedene Art hergestellt werden kann, wobei der Verschnitt von Rot- und Weißwein, der in der jüngsten Debatte so viele Gemüter in Wallung versetzte, ausdrücklich als eines dieser Verfahren genannt wird. Die verschiedenen Rotlinge und der Roséchampagner – aus dem Verschnitt weißer und roter Moste bzw. Weine hergestellt – dürfen sich danach mit demselben Recht Rosés nennen wie der kalifornische Blush, der Rosé de Provence oder der deutsche Weißherbst. Interessant ist, dass die EU selbst gar keine Definition von Weiß-, Rot- oder Roséwein kennt: Sie verbietet lediglich ganz allgemein das Verschneiden von Weinen aus hellen und dunklen Trauben – ein Verbot, das so löchrig ist, dass ein Schweizer Käse im Vergleich dazu wie eine kompakte homogene Masse wirkt, wie wir noch sehen werden.</p>
<p><strong>Ein Blick in die Geschichte</strong></p>
<p>Interessant – und in gewisser Hinsicht sogar paradox – ist, dass dieser Begriff Rosé selbst überhaupt erst in der jüngeren Geschichte entstanden ist. In der Antike war alles einfach „Wein“, und zwar in der Regel hellroter, roséfarbener, Rosé also in gewisser Hinsicht, aber so wurde der Wein natürlich nicht genannt, denn die Notwendigkeit seiner begrifflichen Abgrenzung gegen Weiß- und Rotwein bestand ja nicht. Das lag daran, dass in großen Teilen der antiken Weinbaulandschaften vorwiegend rote Sorten kultiviert wurden – man erinnere sich, dass auch Deutschland bis zum 17. Jahrhundert hauptsächlich mit roten Sorten bestockt war! –, und dass die Trauben mangels moderner Kellertechnik in der Regel sofort nach der Lese mit den Füßen eingestampft, der Most dann mit vorwiegend statischen Verfahren von den Schalen getrennt wurde.</p>
<p>Noch bis ins 17. Jahrhundert war selbst in Bordeaux der übergroße Teil der Weinproduktion von dieser hellroten Farbe – im Elsass kelterte man ja noch vor 20 Jahren den Pinot noir so, dass er farblich kaum von Rosé zu unterscheiden war –, und dieser Claret oder Clairet galt als besonders hochwertig, im Unterschied zum minderwertigen dunklen, dem schwarzen Wein, der nach dem Abzug des rosafarbenen Mosts übrig blieb und meist zu nicht mehr als zum Hausgebrauch taugte. Dieses Bild wandelte sich erst mit dem Aufkommen moderner önologischer Verfahren, die es ermöglichten, farbintensive, das heißt lange gemaischte Weine von hoher geschmacklicher Qualität zu erzeugen, und es ist deshalb kein Zufall, dass auch der Begriff „vin rosé“ zum ersten Mal gegen Ende des 17. Jahrhunderts – im heutigen Pariser Vorort Argenteuil, wo damals noch Reben standen – auftaucht.</p>
<p>In Deutschland kennen die großen Enzyklopädien noch bis ins 19. Jahrhundert den Begriff des Rosés überhaupt nicht, man unterscheidet aber beim „hellrothen“ Wein schon zwischen Bleichert und Schiller. In Pierers Universal-Lexikon von 1865 heißt es in Band 19, S. 33-42 unter dem Stichwort Wein: „Außer dem richtigen Verhältniß tiefer Bestandtheile hängt die Verschiedenheit des W-s auch von der Art der Weinreben od. Weinstöcke ab (s.u. Weinbau). Die grünen u. gelben Trauben geben den weißen (blanken) od. hellgelben, bisweilen auch grünlichgelben W. (die höhere goldgelbe Farbe wird dem W-e meist durch gebrannten Zucker gegeben); blaue od. schwarze Trauben, deren Schalen man beim Keltern auf den Trestern etwas gähren läßt, geben den rothen W., welcher aber meistens noch gefärbt wird. Ganz dunkelrother W. heißt schwarzer W. (Tinto). Ohne diese Gährung auf den Schalen geben die blauen Trauben nur einen hellrothen W. (Schiller), welcher auch durch die Mischung rother u. blauer Trauben entsteht, od. durch weniger Gährung der Schalen einen hellrothen (Bleichert); rothe u. rothblaue Trauben, von denen man die Schalen nicht mit gähren läßt, geben bisweilen einen braungelben W., wie den Malaga u. Madeira.“</p>
<p>Und obwohl in Frankreich seit dem Ende des 17. Jahrhunderts der Begriff Rosé existiert, spielt Roséwein nach diesem Wandel eine gewisse Zeit lang keine Rolle mehr. Der „große“ Wein ist in dieser Epoche nach allgemeiner Definition rot, paradoxerweise sogar gelegentlich unter Verwendung weißer Trauben wie beim historischen Chianti („Rezept“ des Barons Ricasoli aus dem 19. Jh.) oder an der Rhône etc., in einigen Regionen vielleicht auch weiß (z. B. im Burgund), nie aber roséfarben. Und nicht nur der „große“ Wein ist rot, auch der Alltagswein wird es, denn die industrielle Revolution mit der einhergehenden Proletarisierung großer Bevölkerungsschichten verlangt nach einem Wein, der nicht mehr nur süffig und wohlschmeckend ist, sondern darüber hinaus mit seiner Extrakt- und Alkoholkonzentration auch eine Ernst zu nehmende Kalorienquelle für die Ernährung der pauperisierten Bevölkerung ist. Nach der Reblauskatastrophe werden zudem fast nur noch Rotweinsorten ausgepflanzt, die für tiefdunkle, konzentrierte Weine taugen, der „vin clair“ scheint definitiv „out“.</p>
<p>Erst ab 1936, mit der Einrichtung der Appellation Tavel, gewinnt der „hellrote“ Wein wieder etwas mehr Bedeutung, und es ist sicher kein Zufall, wenn der heute bekannteste Rosé, der aus der Provence, erst 1977 unter der Bezeichnung Côtes de Provence als Qualitätswein anerkannt wird. Der moderne Rosé, wie wir ihn kennen, und wie er heute das Ideal der Südfranzosen darstellt, stammt dagegen überhaupt erst aus dem Anfang der 1990er-Jahre, vorher war selbst der Rosé de Provence farblich und geschmacklich von einer Machart, die heute kaum noch die Anerkennung als AOC schaffen würde.</p>
<p>Nach diesem kleinen historischen Exkurs kann man zwei Dinge als gesichert ansehen: Sieht man von der Antike ab, als Europas Weinberge zum größten Teil mit dunklen Sorten bestockt waren, wurde hellroter oder Roséwein immer aus roten oder aus roten und weißen Trauben, durch frühes Abpressen oder durch Mischen von Mosten und Weinen erzeugt, und es erscheint absolut nicht gerechtfertigt, nur eine dieser Methoden zur traditionellen zu erklären, ihre Weine als einzig „echte“ oder „authentische“ zu akzeptieren. Das wäre ungefähr so, als wolle man aus der Kategorie Weißwein Produkte aus Rebsorten mit roter oder rötlicher Beerenfarbe (Traminer, Grauburgunder) per Definition ausschließen oder nur das Produkt aus Maischegärung, nicht aber aus Maischeerhitzung oder „macération carbonique“ als Rotwein anerkennen. Fazit: Werden Weintypen nach ihrer Farbe in weiß, rot und rosé unterschieden, dann werden sie eben nach ihrer Farbe unterschieden und nicht nach willkürlich ausgewählten, zusätzlichen Hilfskriterien – und das wurde in der Geschichte durchgängig so praktiziert.</p>
<p><strong>Wie wird Rosé gekeltert?</strong></p>
<p>Aus den hauptsächlich zwei, in den historischen Quellen geschilderten Verfahren zur Herstellung hellroter Weine ist heute eine ganze Palette geworden. Nach wie vor gilt das sofortige oder zumindest sehr rasche Abpressen (nach wenigen Stunden oder einigen Tagen) roter Trauben von ihren Schalen als eines der wichtigsten Verfahren und auch das Mischen von roten und weißen Mosten bzw. Weinen wird weithin praktiziert, obwohl es in Europa durch EU-Verordnung in der Regel – keine Regel ohne Ausnahme! – verboten ist (und nach der jüngsten Entscheidung aus Brüssel auch verboten bleibt). Mit dem Siegeszug farbintensiver Rotweine ist noch ein drittes Verfahren sehr populär geworden, das der „saignée“ (deutsch: Mostabzug). Um Rotweine noch dunkler werden zu lassen, wird dabei bereits kurz nach dem Mahlen der Trauben ein Teil des noch sehr hellen Mosts von den Beerenschalen abgezogen. Der verbleibende Most hat dadurch relativ gesehen mehr Schalenmasse zur Verfügung, aus der er Farb- und Geschmacksstoffe auslaugen kann, der abgezogene Most kann als Rosé vinifiziert werden.</p>
<p>Wäre man böswillig, so könnte man diese Art der Roséproduktion als „Abfallverwertung“ bezeichnen, aber es ist auch Fakt, dass dabei hochwertige Rosés entstehen können. Hinzu kommen noch chemisch-physikalische Möglichkeiten, um fertige Rotweine wieder von ihren Farbstoffen zu trennen, aber das, was dabei herauskommt, dürfte in der Regel nur selten und nur knapp die Grenze zum trinkbaren Produkt überschreiten.</p>
<p>Interessant ist, dass sowohl die Saignée, als auch das kurze Maischen und das Mischen sehr hochwertige Weine hervorbringen können. Fangen wir mit letzterem an: Durch Mischen von rotem und weißem Grundwein entsteht beispielsweise Roséchampagner, der bei vielen Schaumweinfreunden als hochwertigster überhaupt gilt. Die kurze Maischestandzeit ist in vielen Appellationen die Regel, und mithilfe der Saignée werden auch in Weinbaugebieten, in denen das Gesetz keinen Rosé-Qualitätswein vorsieht, herrliche Rosés erzeugt, die dann als Land- oder Tafelwein vermarktet werden bzw. wurden, da die Kategorie der Tafelweine ja jetzt abgeschafft ist.</p>
<p>Interessant ist auch, dass selbst bei den Weinen der Winzer, die mit ihren Protesten gerade erst die Aufhebung des Verschnittverbots durch Brüssel erfolgreich verhindert haben, durchaus Most bzw. Wein aus weißen und roten Trauben vermischt werden. Beim Tavel beispielsweise erlaubt das Gesetz die Verwendung einer Reihe roter und (!) weißer Rebsorten, wobei lediglich vorgeschrieben ist, dass die Weine mindestens 15 % Carignan (rot) enthalten müssen, und keine der anderen roten oder weißen (Clairette, Picpoul) Sorten alleine mehr als 60 % des fertigen Weins ausmachen darf. Rein theoretisch dürfte ein Tavel also zu 85 % aus weißen Trauben bestehen, der Rest müsste dann Cinsault sein, und das Gesetz schreibt an keiner Stelle vor, wie diese Trauben zu vinifizieren sind bzw. wann die Mischung der Moste bzw. Weine erfolgen muss. Ich erinnere mich an Besuche im Gebiet, wo einige Spitzenwinzer mir erklärten, ihre Weine seien tatsächlich nur aus roten Trauben gekeltert, im Unterschied zu denen vieler Kollegen und Kellereien, die sich das Leben leicht machten, indem sie zum guten oder sogar überwiegenden Teil weiße Trauben bzw. Moste verwendeten. Im Gebiet der Côtes de Provence haben sich die Winzer den gesetzlich zulässigen Anteil weißer Trauben gerade von 10 auf 20 erhöhen lassen – doch bestimmt nicht, um noch „traditionelleren“ Wein aus ausschließlich roten Trauben zu machen zu machen!</p>
<p><strong>Verlogenheit und Demagogie</strong></p>
<p>Wenn man sich vor Augen hält, dass es gerade die Winzer dieser Appellationen waren, die dafür kämpften, das Verbot des Verschnitts weißer und roter Sorten aufrecht zu erhalten, bekommt man einen guten Eindruck vom Ausmaß der Verlogenheit dieser politischen Kampagne. Welche Motive tatsächlich dahinter steckten, werden wir noch zu ergründen versuchen.</p>
<p>Nicht verlogen, dafür aber umso demagogischer ist die immer wieder vorgebrachte Gleichung Verschnitt = Panscherei! Das zu behaupten, ist nicht nur unverschämt, denn es stellt Erzeuger, die weißen und roten Most verschneiden, auf eine Stufe mit denjenigen, die mit Methanol oder Glykol in ihren Weinen aktiv die Gesundheit der Verbraucher gefährdeten, sondern es ist auch ziemlich dumm. Wer wollte bestreiten, dass einige der größten Weine dieser Erde aus dem Verschnitt von Mosten bzw. Weinen verschiedener Rebsorten entstehen: Bordeaux, Côte-Rotie, Châteauneuf-du-Pape, Chianti Classico, Champagner … und sogar die Rosés jener südfranzösischen Erzeuger (Provence, Tavel etc.), die gerade so massiv gegen die Aufhebung des Verschnittverbots vorgegangen sind.</p>
<p>Dass dabei nicht selten sogar in Rotweinen ein kleiner Anteil weißen Mosts oder Weins zulässig ist, wie beim Côte-Rôtie oder wie bis vor knapp zwei Jahrzehnten auch beim Chianti, kommt noch hinzu. Auch, das Hilfsargument, Rot und Weiß zu Verschneiden sei billiger, als Rosé rasch abzupressen, wie es die eingangs zitierte Petition tut, lässt sich nicht durch Tatsachen untermauern. Eher wäre es ja so, dass die längere Maischestandzeit des Rotweins für den Verschnitt die Kosten in die Höhe treiben müsste.</p>
<p>Stellt sich die Frage, warum die südfranzösischen Roséerzeuger dann so vehement für ein Verschnittverbot stritten, dem sie selbst zum Opfer fallen würden, wenn nur jemand auf die Idee käme, es wirklich durchzusetzen (vielleicht sollte man die EU einmal auffordern, das Verbot des Verschnitts von Weiß und Rot konsequenter zu handhaben und dafür zu sorgen, dass für Roséchampagner, Tavel oder Côtes de Provence keine Ausnahme mehr gemacht werden dürfen J). Diese Frage bringt uns zu des Pudels Kern, den wirtschaftlichen Hintergründen des verbissenen – und im Moment siegreichen – Kampfes des Südfranzosen und ihrer romantisierenden „Followers“.</p>
<p><strong>Das Monopol sichert die Marktmacht</strong></p>
<p>Die weltweite Roséproduktion macht heutzutage knapp 10 % der gesamten Weinproduktion aus, wobei drei Viertel dieser Produktionsmengen aus Europa, mehr als ein Viertel alleine aus Frankreich stammen. Im Jahr 2006 erzeugte Frankreich alleine 6 Mio. hl Rosé – 29 % der Weltproduktion – 2002 waren es nur 4,5 Mio. hl. Dass sich der Markt für Roséweine in den letzten Jahren, nach Beendigung des Rotweinbooms, extrem positiv entwickelt hat und vielleicht Potenzial für weiteres Wachstum bietet, ist kein Geheimnis mehr. Diese Entwicklung war überhaupt erst der Auslöser für die Verschnittkontroverse, die den Ausgang unserer Betrachtungen bildete.</p>
<p>Weinbauregionen wie die Südfrankreichs sind auf diesem Markt nicht nur wegen ihrer bereits existierenden (Fast)Monopolstellung besonders gut aufgestellt: Sie genießen darüber hinaus noch den Vorteil, bei der Zusammenstellung ihrer Rosécuvées mit einer konkurrenzlosen Vielzahl zugelassener roter und weißer (!) Sorten spielen zu können, die es ihnen praktisch in jedem Jahr ermöglicht, ein verkehrsfähiges Roséprodukt auf den Markt zu bringen. In anderen Regionen sieht die Situation weit weniger „rosig“ aus, sei es, weil traditionell vorwiegend weiße Sorten kultiviert werden, weil sich die kultivierten roten Sorten alleine nicht für anständigen Rosé eignen oder weil den Weinmachern schlicht keine vergleichbare Vielfalt an Sorten als „Spielmasse“ zur Verfügung steht.</p>
<p>Worum es den Südfranzosen in ihrem Kampf also ging, ist jetzt recht einfach zu verstehen: Sie wollten ihren (fast monopolistischen) Marktanteil am wachsenden Rosémarkt sichern und spielten dabei ihren bis dato tolerierten, in den AOC-Vorschriften sogar sanktionierten Vorteil, dabei mit einer Vielzahl roter und weißer Sorten operieren zu können, aus. Den anderen – und nur den andern(!) –, die vielleicht am wachsenden Rosémarkt interessiert gewesen wären, das verbieten zu lassen (Verschnitt von weiß und rot), was man selbst schon lange und ausgiebig praktizierte (Tavel, Provence, s. o.), war das probate Mittel dafür, das durch Drohen mit der sattsam erprobten südfranzösischen Militanz durchgesetzt wurde.</p>
<p>Letztlich dürfte die EU-Kommission auch nicht deshalb nachgegeben haben, weil die zwielichtigen Argumente vom „echten“ und „traditionellen“ Rosé plötzlich wie eine Erleuchtung über sie gekommen wären, sondern, weil sich in ihrer Kosten-Nutzen-Rechnung ein drohender, gewalttätiger Konflikt angesichts eines unsicheren wirtschaftlichen Vorteils – es ist ja durchaus nicht ausgemacht, ob sich der Rosémarkt weiterhin so positiv entwickelt – schlichtweg nicht „rechnete“. Dass sich der europäische Weinbau damit zunächst einmal die Möglichkeit verbaute, auf den Weltmärkten mit wie auch immer produzierten Rosés noch präsenter zu werden als bisher, dürfte für die EU-Kommission ein hinnehmbarer – weil auch eventuell in der Zukunft zu reparierender – Schaden gewesen sein.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Griechenland, die unentdeckte Schöne &#8211; ein Marketingdesaster?</title>
		<link>http://enoworldwine.wordpress.com/2009/06/25/griechenland-die-unentdeckte-schone-ein-marketingdesaster/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 23:59:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckhard Supp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Verkostung]]></category>
		<category><![CDATA[Weinkritik]]></category>

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Von Eckhard Supp &#8211; Auf Initiative von Mario Scheuermann fand heute nachmittag ein interessantes Treffen im Hamburger Restaurant Tschebull statt, bei dem es um griechische Weine ging. Eingeladen waren Markus Stolz, ein in Athen lebender Deutscher, der als Agent für griechische Weine mit Spezialisierung auf jungen, dynamischen Weingütern fungiert, und Christos Kokkalis, ein Winzer vom [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=896&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Eckhard Supp</em> &#8211; Auf Initiative von <a href="http://drinktank.blogg.de/" target="_blank">Mario Scheuermann</a> fand heute nachmittag ein interessantes Treffen im Hamburger <a href="http://www.tschebull.de" target="_blank">Restaurant Tschebull</a> statt, bei dem es um griechische Weine ging. Eingeladen waren <a href="http://elloinos.blogspot.com/">Markus Stolz</a>, ein in Athen lebender Deutscher, der als Agent für griechische Weine mit Spezialisierung auf jungen, dynamischen Weingütern fungiert, und <a href="http://www.christoskokkalis.de/" target="_blank">Christos Kokkalis</a>, ein Winzer vom westlichen Peloponnes mit zweiter Heimat im linksrheinischen Mönchengladbach.</p>
<p>Eigentlich ist es ein Wunder, dass überhaupt einmal jemand ohne Unterstützung des offiziellen griechischen Weinmarketings einer solchen Einladung gefolgt ist. Christos Kokkalis meinte denn auch, man solle sich keine allzu großen Hoffnungen machen, andere Erzeuger zu solchen Präsentationen nach Deutschland holen zu können. Da sei ja nicht nur das Hindernis der Sprache &#8211; selbst auf griechischen Weinen, die nach Deutschland importiert werden, herrscht ein hoffnungsloses Durcheinander griechischer, französischer oder englischer Bezeichnungen, die nicht einmal Weinfachleute verstehen, von Endverbrauchern ganz zu schweigen. Es sei auch eine generelle Unbeweglichkeit, Bequemlichkeit, ein enormes Desinteresse, sich aktiv im Auslandsmarketing einzubringen, zu konstatieren. <span id="more-896"></span></p>
<p>Dem konnten die anwesenden deutschen Journalisten leider nur zustimmen. Wenn das offizielle griechische Weinmarketing nicht einmal die Höflichkeit aufbringt, auf Anfragen zu antworten, von aktiver Informationspolitik ganz zu schweigen, wenn die Erzeuger sich damit begnügen, dem einen oder anderen großen Importeur einige Paletten zu verkaufen, ohne sich groß zu kümmern, ob die Weine anschließend auch dort präsent sind, wo man Imagegewinne erzeugen kann &#8211; im Fachhandel und der gehobenen (nichtgriechischen) Gastronomie &#8211; dann muss man sich vielleicht nicht wundern, wenn der Import griechischer Weine hierzulande immer dürftiger ausfällt, wenn von Qualitätsimage keine Rede sein kann, obwohl es in Griechenland natürlich hochwertige Weine gibt.</p>
<p><span>Die Weine, die Stolz und Kokkalis präsentierten, stellten dann die Qualität der griechischen Produktion auch durchaus unter Beweis. Da waren sehr authentische, charaktervolle Weißweine von Santorini (Sigalas), die mit ihren leicht vegetal-oxidativen Aromen und ihrer großen Kraft und Saftigkeit überzeugten, aber auch gute Rotweine aus Nemea und Naoussa bzw. den benachbarten Landweinappellationen. Von diesen Roten gefielen besonders der (OPAP) Nemea Ammos 06 Reserve des Palivou Estate, der Nemea 06 Reserve on Driopi, der sehr international wirkende Trifolos-Landwein Ghi Ke Uranos (06), der Achaia-Landwein Taos (04) von Parparoussis und, last but not least, der sehr eigenwillige Ilia-Landwein Trilogia (06) von Kokkalis, ein (fast) reinsortiger Cabernet Sauvignon mit Aromen, die an Pinot und Tanninen, die an Tannat erinnerten.</span></p>
<p><span>Vielleicht schaffen wir es ja mit der Hilfe von Markus Stolz in der nahen Zukunft einmal, für ENO WorldWine eine größere Griechenlandverkostung zu organisieren. Die Weine, die wir heute verkosten konnten, würden es auf jeden Fall verdienen.</span></p>
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		<title>Krise der Weinmedien &#8211; Gault-Millau Deutschland muss &#8220;betteln&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 10:06:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckhard Supp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gault Millau]]></category>
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Von Eckhard Supp &#8211; Jetzt hat der Krisenvirus in der Weinbranche offenbar auch Publikationen erwischt, von denen man bisher hoffen konnte, sie seien weitestgehend immun. Mit Schreiben vom 8. Juni d. J. hat der Christian Verlag die deutschen Weinerzeuger darüber informiert, dass die paradiesische Zeit des &#8220;Alles umsonst&#8221; bei seinem Weinführer Gault-Millau Deutschland vorbei sei. Auch in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=872&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Eckhard Supp</em> &#8211; Jetzt hat der Krisenvirus in der Weinbranche offenbar auch Publikationen erwischt, von denen man bisher hoffen konnte, sie seien weitestgehend immun. Mit Schreiben vom 8. Juni d. J. hat der Christian Verlag die deutschen Weinerzeuger darüber informiert, dass die paradiesische Zeit des &#8220;Alles umsonst&#8221; bei seinem Weinführer Gault-Millau Deutschland vorbei sei. Auch in Zukunft will man zwar &#8211; im Unterschied zu vielen anderen Publikationen und Verlagen - keine Gebühren für die Anstellung von Weinen zu den Verkostungen verlangen, lässt sich aber die kommerzielle Nutzung von Bewertungen, Logos, Markennamen und Texten durch die Erzeuger mit einem jährlichen Pauschalbetrag vergüten.</p>
<p>Der Schritt hat in der deutschen Winzerschaft einige Aufregung verursacht, und sogar wir, die wir mit dem Gault-Millau gar nichts zu tun haben, erhielten erboste Mails mit Hinweisen auf diesen &#8220;Skandal&#8221;, diese &#8220;Bettelei&#8221;, wie es explizit genannt wurde. Gelegentlich waren die Mails sogar anonymisiert, da man aus &#8221;Angst vor einem Abstieg (den) echten Namen nicht nennen&#8221; mochte. Werner Elflein geht <a href="http://wernerelflein.de/?p=729" target="_blank">hier&#8230;</a> ebenfalls darauf ein. <span id="more-872"></span></p>
<p>Ein wenig perplex war ich ob dieser Stellungnahmen und der gezeigten Aufregung schon: Offenbar ist ein (kleiner, großer?) Teil der Winzerschaft der Meinung, dass Copyright-Diebstahl und Markenmissbrauch, den sie ansonsten sicher heftigst verurteilen würden (deutsche Winzer sind bekanntermaßen ziemlich konservativ <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ), in genau diesem, und natürlich nur diesem Falle etwas völlig Legitimes seien, und man klagt implizit sogar ein Recht darauf ein. Wenn ein Verlag es dann, nachdem er diesen Missbrauch jahrelang geduldet hat, wagt, damit Schluss zu machen, gilt das diesen erfolgsverwöhnten Herren als Skandal.</p>
<p>Aber: Von einem ihrer (als Journalist verkleideten) Kollegen &#8211; dem Regionalvorsitzenden eines privaten Winzerverbands &#8211; über Jahre hinweg in diesem &#8220;Weinführer&#8221; bewertet zu werden, fanden dieselben Herren dagegen offenbar völlig normal. Dass hier die Grundsätze des Journalismus, so wie sie der Deutsche Presserat für alle verbindlich festgelegt hat, jahre- und jahrzehntelang mit Füßen getreten wurden, das war ihnen egal. Hauptsache es sprangen immer schöne Texte und viele Punkte für sie dabei heraus, und &#8211; noch wichtiger &#8211; das Ganze kostete nichts!</p>
<p>Dabei habe ich allerdings auch Zweifel, ob der Weg, den der Christian Verlag eingeschlagen hat, der angemessene ist, wobei klar ist, dass auch ENO WorldWine auf die finanzielle Unterstützung der Weinbranche angewiesen ist. Die zu mobilisieren ist und war immer ein haariges Unterfangen. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen (inzwischen verstorbenen) Winzer, der mir vor Jahren, bei der versuchsweisen Einführung eines kostenpflichtigen Abonnements für ENO WorldWine, in drastischen Worten zu verstehen gab, unsere Publikation habe gefälligst für die Leser (wie beispielsweise ihn selbst) kostenlos zu bleiben! Gefragt, ob er uns denn dann mit Anzeigenschaltungen unterstützen würde, antwortete er gar nicht mehr. Auch unser Vorschlag, er möge dan doch in Zukunft auch seine Weine kostenlos an den Konsumenten abgeben, stieß &#8211; verständlicherweise &#8211; auf taube Ohren.</p>
<p>Dennoch halte ich den Weg, den ENO WorldWine eingeschlagen hat, für den besseren: Die Finanzierung von Weinmedien sollte immer etwas Freiwilliges bleiben, ganz gleich, ob sie als Anzeigenschaltung oder Spende daher kommt, vielleicht sogar in Form einer Stiftung organisiert wird, und nicht den Charakter einer neuen Zwangsabgabe annehmen.</p>
<p>Allerdings, das muss ich nach meinen Erfahrungen der letzten 30 Jahre auch feststellen: Es könnte durchaus sein, dass der Christian Verlag mit seinem Gault-Millau und der neuen &#8220;Zwangsabgabe&#8221; mehr pekuniären Erfolg haben wird, als wir in den langen Jahren, in denen wir ENO WorldWine veröffentlichten und um freiwillige Unterstützung nachgesucht haben. Offenbar &#8220;funktioniert&#8221; die deutsche Winzerschaft nur, wenn man ihr offen und dreist die Pistole auf die Brust setzt.</p>
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		<title>Götterdämmerung für Weingurus &#8211; Gehört die Zukunft den singenden Weinhändlern?</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 20:23:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckhard Supp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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		<category><![CDATA[Weinjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weinkritik]]></category>

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Von Eckhard Supp &#8211; Dass Robert Parker, der amerikanische Weinguru mit ausgeprägter Vorliebe für Weine aus Bordeaux, aus Kalifornien und von der Rhône, in der Vergangenheit unumstritten gewesen wäre, würde wohl niemand zu behaupten wagen. Kritiker hatte der berümteste Weinkritiker der Welt zu allen Zeiten, aber oft vermischte sich die Kritik mit viel Neid, und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=814&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Eckhard Supp</em> &#8211; Dass Robert Parker, der amerikanische Weinguru mit ausgeprägter Vorliebe für Weine aus Bordeaux, aus Kalifornien und von der Rhône, in der Vergangenheit unumstritten gewesen wäre, würde wohl niemand zu behaupten wagen. Kritiker hatte der berümteste Weinkritiker der Welt zu allen Zeiten, aber oft vermischte sich die Kritik mit viel Neid, und das machte sie immer auch ein Stück weit unglaubwürdig, vergrößerte eher noch den Ruhm des Kritisierten.</p>
<p>Jetzt aber hat sich Robert Parker gleich zwei Mal derart in die Nesseln gesetzt, dass man berechtigte Zweifel daran haben darf, ob er noch in dieser Welt zu Hause ist und noch einen Rest Realitätsbezug besitzt. Er ist dabei, sich selbst zu demontieren, und das viel gründlicher, als es seine Kritiker je konnten. Götterdämmerung für den Guru, also? Nun, es könnte sogar noch schlimmer sein, und manch ein Beobachter der Weinszene spricht bereit von einer Götterdämmerung für die Weinkritik, den Weinjournalismus schlechthin.<span id="more-814"></span></p>
<p>Ganz besonders ein Vorfall hat jüngst Zweifel an Parkers Urteilskraft geweckt: die Veröffentlichung seiner <a href="t.wolff@cwdwein.de " target="_blank">Noten für den 2008er-Jahrgang im Bordeauxgebiet</a>. Im Unterschied zu allen, aber auch wirklich allen renommierten Weinkritikern dieser Welt bewertete Parker diesen schwierigen, sehr heterogenen Jahrgang als durchweg außergewöhnlich und verteilte eine fast unglaubliche Anzahl Traumnoten, darunter gleich vier Mal bis zu 100 Punkte. Man braucht gar nicht Parkers direkte Konkurrenten zitieren, etwa James Suckling vom Wine Spectator, der dem 2008er explizit bescheinigte, kein großer Jahrgang zu sein &#8211; auch die Bordeauxspezialisten hierzulande, Mario Scheuermann oder andere, hielten viele der Parkerschen Bewertungen für nicht oder nur schwer nachvollziehbar.</p>
<p>Man ist versucht, zu glauben, dass es Parker mit seinen Bordeaux-Bewertungen gar nicht mehr um die Weine geht, sondern um Preispolitik, bei der er sich offenbar - wie in schon so vielen anderen Punkten &#8211; im Krieg gegen den feindlichen britischen Weinjournalismus sieht. Tatsache ist, dass die britische Presse schon lange vor den Primeurverkostungen des 2008ers gefordert hatten, die Preise für Bordeaux müssten runter. Und man darf vermuten, dass ihre Kritik an diesem Jahrgang ein Stück weit von dieser Forderung motiviert war: Für einen mickrigen Jahrgang zahlt der Konsument bekanntlich weniger als für einen großen. Parker, gar nicht dumm, setzte dann auf einen groben Klotz einen groben Keil, lobte den Jahrgang über den Klee, mit dem Resultat, dass nur Minuten nach der Veröffentlichung seiner Bewertungen die Preise zumindest für einige Blue-Chip-Weine nach oben schossen.</p>
<p>Was das &#8211; gemeint sind die preispolitischen Manöver beider Seiten, der Briten wie Parkers &#8211; noch mit Weinjournalismus zu tun hat, werden die Protagonisten dieses Halbstarkenkriegs der staunenden Weinwelt hoffentlich irgendwann einmal erklären können. Und wie all diejenigen, die jetzt auf Parkers Empfehlung hin teure 2008er kaufen, reagieren werden, wenn sie merken, vielleicht mit Zitronen gehandelt zu haben, bleibt ebenfalls abzuwarten.</p>
<p><strong>Vertrauen naiv &#8211;  Kontrolle &#8220;faschistisch&#8221;</strong></p>
<p>Futter bekamen die Zweifler an der Parkerschen Grandeur aber noch von ganz anderer Seite: Tyler Colman alias Dr. Vino startete kürzlich eine Generalattacke auf den Guru, in der er ihm vorwarf, seine hehren ethischen Prinzipien  &#8211; &#8220;Ein Weinjournalist darf keine kostenlosen Muster akzeptieren, sich nicht ins Restaurant oder zu Reisen einladen lassen, und muss sämtliche Spesen immer aus eigener Tasche bezahlen&#8221;, so Parker - nicht einmal bei den Mitarbeitern seiner eigenen Publikation Wine Advocate durchhalten zu können, die solcher Art finanzielle Zuwendungen reihenweise akzeptierten. Die Reaktion Parkers auf die ruhig und sachlich vorgetragene Kritik war fast schon hysterisch: Er habe keine Ahnung, ob seine Mitarbeiter sich so verhielten, und hielte es auch für &#8220;faschistisch&#8221; (wörtlich), sie diesbezüglich zu kontrollieren.</p>
<p>Stellt sich also die Frage, ob sich die Erfolgskurve des bekanntesten Weinkritikers der Welt langsam ihrem Ende zuneigt? Nicht zufällig hat die Online-Ausgabe des Wall Street Journal soeben in ihrem regelmäßigen ABC der aktuell wichtigsten Begriffe der Weinwelt das &#8220;Parker&#8221; für den Buchstaben P gestrichen und dafür die Einträge &#8220;Dr. Vino&#8221; und &#8220;Vaynerchuk, Gary&#8221; (s. u.) neu aufgenommen. Demontiert sich der Guru aus Maryland vielleicht sogar selbst? Ohne großes Zutun seiner Gegner? Fast scheint es so, aber hinter diesem Krieg der Kritiker steckt eine andere, für alle bittere Wahrheit, die man besser versteht, wenn man sich einmal in den vielen Weingruppen und Diskussionsforen der Social Networks wie Facebook, LinkedIn oder Xing, auf Twitter und in der Blogosphäre umschaut.</p>
<p>Weinjournalismus und professionelle Weinkritik scheinen dort für viele Weinliebhaber zu etwas ziemlich Verzichtbarem geworden zu sein. Die Meinung des &#8220;buddy&#8221; &#8211; und sei dieser nur eine persönlich gar nicht bekannte, &#8220;virtuelle&#8221; Figur mit nettem Foto - zählt dort nicht selten viel mehr als die des Kritikers. Ja, sogar Winzer und Weinhändler, deren Urteil ja nicht eben unparteiisch oder uninteressiert ist, gelten gelegentlich als kreditwürdiger und kompetenter als professionelle Schreiber.</p>
<p>Stehen wir vor dem Ende der professionellen Weinkritik überhaupt? Und was kommt danach: Singende Weinhändler, dichtende Winzer? Ist Gary Vaynerchuk, jener Weinhändler, dessen Eigenwerbungs-Videoblog in den USA zur vielleicht erfolgreichsten Weinpublikation der letzten Jahre geworden ist, das Modell der Zukunft? Sind Journalisten out, Sommeliers, Händler, Erzeuger in, wenn es um Kompetenz und Urteilsfähigkeit geht?</p>
<p><strong>Journalist oder Werber?</strong></p>
<p>Tatsache ist, dass Eigenempfehlungen von Winzern und Weinhändlern, die per Blog, Twitter, Facebook oder Xing mehr oder weniger geschickt für ihre Produkte werben, derzeit offenbar höher im Kurs zu stehen scheint, als das, was die der Großteil der Weinschreiber von sich gibt &#8211; ganz gleich, ob er das in Printmedien, im Fernsehen oder im Internet tut. Und auch umgekehrt scheint es nur einen Weg zu geben: Es vergeht keine Woche, in der ich nicht zu hören bekomme, wenn ENO WorldWine eine (lohnende) Zukunft haben wolle, müsse ich auf unserer Seite Weine verkaufen, ergo selbst zum Weinhändler werden.</p>
<p>Nun könnte ich mir vielleichtvorstellen, Accessoires oder Weinreisen von Partnerunternehmen an meine Leser &#8220;weiterzureichen&#8221; und fände es absolut korrekt und ethisch vertretbar, für diesen Service auch eine Provision zu kassieren. Aber Weine verkaufen? Oder mein Geld dauerhaft mit PR verdienen? Nein! Dann fände ich es ehrlicher, meine Arbeit einzustellen, zu akzeptieren, dass meine Informationen, meine Bewertungen und meine Analysen niemanden mehr interessieren und in Ruhe meine &#8211; zugegebenermaßen leicht verfrühte und nicht sehr hohe - Rente zu genießen.</p>
<p>Ganz unverschuldet sind wir dabei wirklich nicht in diese Situation geraten. Zu sehr haben wir uns darauf verlassen, dass die breite Masse der Weinfreunde wie vor zehn, zwanzig Jahren &#8220;an unseren Lippen&#8221; hängt, nur das trinkt, was wir gut bewerten, wobei es letztlich nicht einmal sonderlich relevant war, ob dieses &#8220;wir&#8221; auf den Namen Wine Spectator, Parker, Vinum, Weinwisser, Weinreporter oder Eno WorldWine hörte.</p>
<p>Vor zwanzig, dreißig Jahren, als die Älteren unter uns anfingen, über Wein zu schreiben (bei mir persönlich war es das Jahr 1979), ging es vor allem darum, den Weinfreunden die damals noch wenigen guten Weine im Meer der mehr oder weniger fehlerhaften bis untrinkbaren herauszupicken. In den Anfangsjahren des italienischen Weinführers Gambero Rosso, beispielsweise, in denen ich für die Region Venetien verantwortlich war, vergaben wir für ganz Italien weniger als 100 Mail die begehrten &#8220;drei Gläser&#8221; &#8211; heute werden davon jedes Jahr mehrere hundert verteilt. Das mag man als übertrieben ansehen, aber es ist auch Ausdruck der Tatsache, dass das Weinangebot heutzutage von unendlich gleichmäßigerer Qualität ist als seinerzeit.</p>
<p>Aber, wie schon gesagt, diese Zeiten sind vorbei. Der Trend zu guten, aber preiswerten Weinen hat inzwischen selbst die USA erfasst, von Großbritannien und Deutschland ganz zu schweigen. Und diese guten, wenn auch nicht aufregenden Weine gibt es eben in einer solchen Menge, dass man schon Pech haben muss, will man wirklich schlechte Flaschen erwischen.</p>
<p>Aber nicht nur diesen Fehler haben wir in den letzten Jahren gemacht. Unsere Publikationen &#8211; Printmedien feste vorneweg! &#8211; sind schlichtweg langweilig und öde geworden. Wirkliches, lesenswertes Storytelling, stilistische Perfektion, medial transportierte Emotion, Einladungen zum authentischen Weinerlebnis sind in fast allen Medien immer seltener geworden oder gänzlich verschwunden. Und wenn ich an dieser Stelle &#8220;wir&#8221; sage, dann meine ich das auch, wobei Online-Medien wie ENO WorldWine zumindest noch die gute (!) Entschuldigung vorbringen können, dass es ihre finanzielle Ausstattung im Unterschied zu den Printmedien nie erlaubt hat, große Sprünge zu machen.</p>
<p><strong>Hat der Weinjournalismus eine Zukunft?</strong></p>
<p>Die Konsequenzen aus alldem? Nun, über das Sterben der Printmedien im Weinsektor habe ich oft genug geschrieben. Den Online-Medien geht es aber auch nicht viel besser, und die meisten überleben nur dank geringer Fixkosten und jeder Menge kostenloser oder schlechtbezahlter Arbeit. Junge, wirklich junge Kollegen, die über Wein schreiben, gibt es in Deutschland kaum noch. Und das gilt nicht nur für Deutschland. In Großbritannien, dem Mutterland des modernen Weinjournalismus streicht eine Zeitschrift nach der anderen ihre Weinkolumne, die TV-Zeiten sind immer knapper bemessen.</p>
<p>Die Frage nach der Zukunft des Weinjournalismus ist gestellt. Wenn wir sie nicht beantworten, und zwar schlüssig und schnell, dann wird es unsere gesamte Sparte bald nicht mehr geben. Dann werden Weinhändler und Winzer die &#8220;Information&#8221; der Kunden selbst in die Hand nehmen und diese in ihrem Sinne bearbeiten. Und ob das wünschenswert ist &#8211; für die Kunden! -  wage ich zu bezweifeln. Wie es Willi Klinger, der Chef der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft im Gespräch mit mir kürzlich formulierte: &#8220;Und wo kommunizieren wir dann unsere Weine?&#8221; Ja, wo eigentlich?</p>
<p>Nachtrag vom 9.6.2009: Michael Pleitgen hat als <a href="http://www.weinakademie-berlin.de/quo-vadis-weinjournalismus" target="_blank">Reaktion auf diesen Beitrag </a>drei interessante Thesen aufgestellt:</p>
<div><span style="widows:2;text-transform:none;text-indent:0;border-collapse:separate;font:16px 'Times New Roman';white-space:normal;orphans:2;letter-spacing:normal;color:#000000;word-spacing:0;"><span style="text-align:left;line-height:18px;font-family:Arial;color:#333333;font-size:13px;"></span></span></div>
<p> </p>
<p><span style="widows:2;text-transform:none;text-indent:0;border-collapse:separate;font:16px 'Times New Roman';white-space:normal;orphans:2;letter-spacing:normal;color:#000000;word-spacing:0;"><span style="text-align:left;line-height:18px;font-family:Arial;color:#333333;font-size:13px;"></p>
<p style="margin:1em 0;padding:0;"><em>- Wein-Medien und Journalisten sind an der aktuellen Situation nicht ganz unschuldig</em></p>
<p style="margin:1em 0;padding:0;"><em>- Veränderung im Weinmarkt bringt Wandel in der Kommunikation</em></p>
<p style="margin:1em 0;padding:0;"><em>- neue Geschäftsmodelle funktionieren noch nicht oder fehlen</em></p>
<p> </p>
<p></span></span></p>
<p style="margin:1em 0;padding:0;">Recht hat er!</p>
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		<title>Luft für DWI wird dünn &#8211; Neues Grundsatzurteil gegen Zwangsabgaben</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 21:49:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckhard Supp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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Von Eckhard Supp &#8211; Nach den Zwangsabgaben zur Finanzierung von Marketing-Fonds in der Landwirtschaft (wir berichteten &#8230;) war letzten Freitag die Reihe an den Zwangsabgaben in der Holzwirtschaft. Mit fast identischer Begründung wie beim CMA-Urteil vom Februar dieses Jahres erklärten die Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe auch die Finanzierung des Holzabsatzfonds (HAF) durch Zwangsabgaben für verfassungswidrig. Pikantes [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=839&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
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<p><em>Von Eckhard Supp</em> &#8211; Nach den Zwangsabgaben zur Finanzierung von Marketing-Fonds in der Landwirtschaft (<a href="http://enoworldwine.wordpress.com/2009/02/03/zwangsabgabe-fur-agrarfonds-verfassungswidrig-kippen-jetzt-auch-dwfdwi/">wir berichteten &#8230;</a>) war letzten Freitag die Reihe an den Zwangsabgaben in der Holzwirtschaft. Mit fast identischer Begründung wie beim CMA-Urteil vom Februar dieses Jahres erklärten die Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe auch die Finanzierung des Holzabsatzfonds (HAF) durch Zwangsabgaben für verfassungswidrig. Pikantes Detail: Vorsitzender des Verwaltungsrats des Holzabsatzfonds ist Michael Prinz zu Salm-Salm, Ex-Präsident der Winzervereinigung VDP, die von einem drohenden Urteil über die Zwangsabgaben der Weinwirtschaft natürlich indirekt ebenfalls betroffen wäre.</p>
<p>Zwar will man, so Prinz Salm in einer Stellungnahme, über eine Ersatzorganisation für den HAF diskutieren, aber viel Hoffung, einen solchen Fonds auf freiwilliger Basis finanzieren zu können, hat man offenbar nicht: Immerhin wird, so Prinz Salm, heftig über &#8220;sozialverträgliche Lösungen&#8221; für die Mitarbeiter nachgedacht. Solcher &#8220;sozialverträglicher Lösungen&#8221; bedürfte es wohl nicht, hätte man eine Weiter(Neu)beschäftigung der Mitarbeiter fest im Visier.</p>
<p>Ob sich das Deutsche Weininstitut, das sich praktisch vollständig über diese Zwangsabgaben finanziert, nach dieser wiederholten Ohrfeige für diese Art von Zwangsabgaben immer noch so großspurig und siegesgewiss gibt wie nach dem CMA-Urteil, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die Winzer, die bereits Widerspruchsverfahren eingeleitet haben, wie etwa das Weingut von Racknitz und andere, ihre Verfahren weiterlaufen lassen wollen, wie ENO WorldWine heute erfuhr - wohl auch bis zu einer eventuellen erneuten Entscheidung durch das Verfassungsgericht. </p>
<p>Ob Weinfonds/DWI allerdings gut beraten sind, es angesichts dieser eindeutigen und wiederholten Gesetzesinterpretation durch das höchste deutsche Gericht auf einen Prozess &#8220;bis zum bitteren Ende&#8221; ankommen zu lassen, wage ich zu bezweifeln. Immerhin kosten solche Prozesse erhebliche Gelder, und die Mitglieder könnten sich nach verlorenem Prozess fragen, ob sie nicht ein Anrecht auf Schadenersatz für ihre derart verschleuderten Zwangsbeiträge haben. Aber um das zu beurteilen, müsste man Jurist sein, und das bin ich zum Glück nicht.</p>
<p>Nachtrag: Überschrift korrigiert &#8211; So geht&#8217;s, wenn man die eigenen Floskeln nicht noch mal kritisch liest!</p>
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		<title>Wieviel darf eine Flasche Wein kosten?</title>
		<link>http://enoworldwine.wordpress.com/2009/06/03/wieviel-darf-eine-flasche-wein-kosten/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 14:46:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckhard Supp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Schnäppchen]]></category>
		<category><![CDATA[Weinmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Weinpreise]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Von Eckhard Supp &#8211; In regelmäßigen Abständen taucht diese Frage in Internetforen und Netzwerken auf, so jüngst wieder auf Xing. Ziemlich kompliziertes Thema! Und noch dazu meist ziemlich emotionsbeladen! Darüber haben sich schon ganze Diskussionsforen auf Dauer verkracht.
Prinzipiell gilt: Einen wirklich guten, komplexen, facettenreichen, alterungsfähigen Wein zu machen, ist teuer. Sehr teuer! Und das schlägt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=835&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Eckhard S</em>upp &#8211; In regelmäßigen Abständen taucht diese Frage in Internetforen und Netzwerken auf, so jüngst wieder auf Xing. Ziemlich kompliziertes Thema! Und noch dazu meist ziemlich emotionsbeladen! Darüber haben sich schon ganze Diskussionsforen auf Dauer verkracht.</p>
<p>Prinzipiell gilt: Einen wirklich guten, komplexen, facettenreichen, alterungsfähigen Wein zu machen, ist teuer. Sehr teuer! Und das schlägt sich auch im Preis der Flasche nieder. Ich habe die Frage, bis in welche Höhe der Weinpreis tatsächlich durch höhere Kosten hervorgerufen sein kann, schon öfter mit Weinmachern diskutiert, die meist von einer Obergrenze zwischen 50 und 150 EUR ausgehen.</p>
<p>Aber auch was darüber ist, ist nicht nur dem &#8220;Namen&#8221; oder dem &#8220;Etikett&#8221; geschuldet, sondern einem Mix von Faktoren, zu denen die besonderen geschmacklichen Qualitäten des Weins, sein Prestige, seine Herstellungskosten und, vor allem, der Knappheit des Weins auf dem Markt gehören. <span id="more-835"></span></p>
<p>Ich habe im Zuge meiner Arbeit häufig Gelegenheit die Weine der so genannten &#8220;Großkopfeten&#8221; zu verkosten (Gaja, Petrus, Mouton etc.). Mit wenigen Ausnahmen sind diese Weine wirklich ein deutliches Stück hochwertiger, komplexer, anregender, aufregender und einzigartiger als &#8220;gute&#8221; Weine ohne diese klingenden Namen (Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel!).</p>
<p>Ein schönes Beispiel dafür sind die Weine der Altwein-Verkostung, über die ich hier im <a href="http://enoworldwine.wordpress.com/2008/12/14/zu-besuch-beim-falscher-rodenstock-offnet-petrus-mouton-und-co/" target="_blank">WorldWine Blog </a>berichtet habe. Ein Chateau Petrus 2000 oder ein Chateau Trotanoy 1961 sind tatsächlich grandiose Weine, die nicht nur einen wohlklingenden Namen haben, und das kann man auch herausschmecken, wenn man nicht weiß, welcher Wein genau im Glas ist.</p>
<p>Und jetzt kommt das Wichtigste: Offenbar gibt es so viele Menschen auf der Welt, die sich diesen grandiosen Genuss gelegentlich leisten wollen, so dass das Angebot häufig weit hinter der Nachfrage zurück bleibt. Deshalb zahlt man für diese Weine eben nicht nur den Preis für Herstellung (+Kapitalbindung im Fall von älteren Jahrgängen), sondern man zahlt einen Liebhaberpreis. Und den regelt der Markt!</p>
<p>Würde jemand die Frage stellen, ob ein Picasso oder die blaue Mauritius ihre Millionen wert sind? Natürlich nicht! Und das mit Grund! Nehmen wir mal an, jemand kauft eine Flasche zu 1.000 EUR und verbringt 2 schöne Stunden zu zweit mit dem Wein. Dann müsste er seine Briefmarke zu 10 Millionen schon 20.000 Stunden lang zu zweit anstarren, um ein gleichwertiges &#8220;Preis-Genuss-Verhältnis&#8221; zu erzielen. Ziemlich blödsinnige Vorstellung, oder?</p>
<p>Und jetzt zu den erschwinglichen Preisen! Natürlich gibt es herrliche Tropfen zu weniger als 10, gelegentlich sogar zu weniger als 5 Euro. Ich habe für die Rubrik &#8220;Weine des Monats&#8221; auf ENO WorldWine (www.enobooks.de) neulich einen Wein zu weniger als 7,- EUR ausgewählt, den ich mit 5 von 5 möglichen Sterne bewertet habe. Und in vielen deutschen Weingütern gibt es Gutsweine, manchmal in der Literflasche, die sogar zu weniger als 5 EUR verkauft werden und tollen Trinkgenuss bieten.</p>
<p>Gelegentlich findet man tatsächlich sogar beim Diskounter solche Schnäppchen. Hier ist das Problem allerdings, dass auf einen guten meist jede Menge weniger guter Weine kommen, und dass man nie sicher sein kann, ob der (gute) Rioja von heute auch der Rioja von morgen ist. Und deshalb lehne ich persönlich es ab, solche Bezugsquellen in meinen Publikationen zu empfehlen.</p>
Posted in Uncategorized Tagged: Schnäppchen, Weinmarkt, Weinpreise <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/enoworldwine.wordpress.com/835/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/enoworldwine.wordpress.com/835/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/enoworldwine.wordpress.com/835/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/enoworldwine.wordpress.com/835/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/enoworldwine.wordpress.com/835/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/enoworldwine.wordpress.com/835/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/enoworldwine.wordpress.com/835/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/enoworldwine.wordpress.com/835/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/enoworldwine.wordpress.com/835/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/enoworldwine.wordpress.com/835/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=835&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Die Weinwelt trauert um Hans Reinisch &#8211; Österreichischer Spitzenwinzer tödlich verunglückt</title>
		<link>http://enoworldwine.wordpress.com/2009/05/29/die-weinwelt-trauert-um-hans-reinisch-osterreichischer-spitzenwinzer-todlich-verungluckt/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 19:43:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckhard Supp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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Von Eckhard Supp &#8211; Soeben lese ich in einer Eilmeldung des Fallstaff-Chefredakteurs, dass Hans Reinisch, einer der Stars der österreichischen Thermenregion, gestern bei der Weinbergsarbeit tödlich verunglückt ist. Reinisch war nicht nur einer der Trendsetter und Spitzenwinzer in seiner Region &#8211; Aufsehen erregte sein vor einigen Jahren neu gebautes Weingut mit Restaurant, Souvenirshop etc. ganz [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=833&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Eckhard Supp</em> &#8211; Soeben lese ich in einer Eilmeldung des Fallstaff-Chefredakteurs, dass Hans Reinisch, einer der Stars der österreichischen Thermenregion, gestern bei der Weinbergsarbeit tödlich verunglückt ist. Reinisch war nicht nur einer der Trendsetter und Spitzenwinzer in seiner Region &#8211; Aufsehen erregte sein vor einigen Jahren neu gebautes Weingut mit Restaurant, Souvenirshop etc. ganz nach kalifornischem Vorbild -, sondern auch eine der sympathischsten Figuren des österreichischen Spitzenweinbaus. Anders als so mancher Groß- und Vielsprecher mit überbordendem Marketingprofil trat Hans Reinisch immer ruhig und bescheiden auf und ließ lieber seine Weine für sich sprechen. Seiner Familie drücken wir unser tief empfundenes Beileid aus.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Südafrikanischer Schaumwein &#8211; Des einen Freud, des andern Leid!</title>
		<link>http://enoworldwine.wordpress.com/2009/05/23/sudafrikanischer-schaumwein-des-einen-freud-des-andern-leid/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 May 2009 15:26:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul M. Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Von Paul Schumacher &#8211; Südafrikas Weinwelt war betrübt: Wie jedes Jahr rief sie den Schutzheiligen des Weinhandels an, angeblich einen Mann namens Vincenz, und bat um Schutz “vor Hagel, Frost, Durst und Steuern”. In diesem Jahr fiel die Bitte jedoch etwas umfangreicher aus: “…..und vor Snobbismus” lauteten die letzten Worte des frommen Wunsches. Was war [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=824&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Paul Schumacher</em> &#8211; Südafrikas Weinwelt war betrübt: Wie jedes Jahr rief sie den Schutzheiligen des Weinhandels an, angeblich einen Mann namens Vincenz, und bat um Schutz “vor Hagel, Frost, Durst und Steuern”. In diesem Jahr fiel die Bitte jedoch etwas umfangreicher aus: “…..und vor Snobbismus” lauteten die letzten Worte des frommen Wunsches. Was war geschehen? </p>
<p>Angeführt von Jakob Zuma, einem bekennenden Polygamisten, hatte der südafrikanische ANC gerade erst wieder eine überwältigende Mehrheit bei den Wahlen erreicht, wobei er allerdings die bisherige Zweidrittelmehrheit im Parlament in Kapstadt knapp verpasste. Auch die vierten demokratischen Wahlen waren, Unkenrufen zum Trotz, friedlich verlaufen.<span id="more-824"></span></p>
<p>Nun wurde gefeiert – mit französischem Champagner, wie auf den TV-Bildern wiederholt zu sehen war. Immer wenn der 67-jährige, erstaunlich fitte Zuma seinen traditionellen Zulutanz vorführte, bei dem er mit beiden Beinen einen halben Meter hoch sprang, setzten seine Anhänger im Hintergrund die französischen Riesenflaschen an die Lippen &#8211; Zuma selbst trinkt ja keinen Alkohol. Deshalb kochte Südafrikas Weinindustrie. “Wie lässt sich das mit der amtlichen Vorgabe “Proudly South African” in Einklang bringen?” zürnte sie.</p>
<p>Der Zorn war verständlich: Am Kap wird nämlich seit eh und je ordentlicher Sekt, seit einigen Jahrzehnten sogar in Gestalt vorzüglicher Flaschengärungen erzeugt, die allerdings nach französischen Protesten nicht mehr Champagner genannt werden dürfen. Cap Classique, so der südafrikanische Name für’s edle Schaumgetränk, hat dabei noch den Vorteil, dass er mindestens um die Hälfte billiger ist als die französischen Gewächse. “Wir sind auf Augenhöhe” sagt Pieter Ferreira, der Kellermneister der bekannten Weinguts Graham Beck. Und auch Achim von Arnim aus Franschhoek (Haute Provence Cellars) ärgert sich: “Denkt denn niemand mehr an die Preisdifferenz? Und unsere Qualität kann sowieso mithalten….”</p>
<p>Derzeit kostet die besonders beliebte Marke Moët &amp; Chandon im Ladenverkauf über € 40, ein stolzer Preis, sagen Zumas Kritiker. Dessen ungeachtet wird die Marke vor allem bei den Vertretern der ANC-Jugendbewegung (’Youth League’) gern getrunken, was den politischen Nachwuchs wiederum nicht daran hindert, regelmäßig durch besonders radikale Parolen, bis hin zur Verstaatlichung privater Farmen, von sich reden zu machen. Und Zuma selbst ließ sich bei seiner Einweihungsfeier auch nicht lumpen: Er servierte für seine erlesene Gästeschar den exklusiven und noch teureren Dom Perignon.</p>
<p>Ferreira ist deshalb voll des Lobes für den neuen US-Präsidenten Obama: Der hatte bei einem Antrittsdinner den feinperligen Cap Classique von Graham Beck servieren lassen, was zwar Ferreira freute - “Unsere Verkäufe in den USA sind seitdem spürbar gestiegen” -, aber verständlicherweise die amerikanischen Erzeuger umso mehr ärgerte.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Weinwissen &#8211; Unwissen oder Besserwissen? Ein kleines und ein großes Dilemma!</title>
		<link>http://enoworldwine.wordpress.com/2009/04/28/weinwissen-unwissen-oder-besserwissen-ein-kleines-und-ein-groses-dilemma/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 12:36:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckhard Supp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Social Networks]]></category>
		<category><![CDATA[Weinjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weinkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Von Eckhard Supp &#8211; Immer wieder stoße ich in Diskussionsgruppen, Foren oder Social Networks, die den Wein zum Thema haben, auf vorgeblich sachkundige Beiträge, in denen &#8220;Weinwissen&#8221; zum Besten gegeben wird, bei dessen Lektüre sich mir aber die Haare sträuben. Nun sind die Autoren solcher Beiträge oft selbst Weinlaien &#8211; auch wenn sie gerne in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=804&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Eckhard Supp</em> &#8211; Immer wieder stoße ich in Diskussionsgruppen, Foren oder Social Networks, die den Wein zum Thema haben, auf vorgeblich sachkundige Beiträge, in denen &#8220;Weinwissen&#8221; zum Besten gegeben wird, bei dessen Lektüre sich mir aber die Haare sträuben. Nun sind die Autoren solcher Beiträge oft selbst Weinlaien &#8211; auch wenn sie gerne in fachmännischer Pose daherkommen oder glauben, dank ihres Berufs als Weinhändler das &#8220;richtige Wissen&#8221; gepachtet zu haben. Kritisieren oder korrigieren darf man diese selbsternannten Autoritäten natürlich nicht, denn dann werden sie stinksauer: Da wird dann eine kleine Richtigstellung schnell zur Besserwisserei erklärt, dem Verbreiter der &#8220;schlechten Stimmung&#8221; Arroganz unterstellt.</p>
<p>Man sollte dennoch mit diesen &#8220;Fachleuten&#8221; nicht allzu zu hart ins Gericht gehen. Letztlich sind ihre Beiträge ja meist als Meinungsäußerungen von mehr oder weniger beschlagenen Laien erkennbar, und jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er ihnen Glauben schenkt oder nicht.</p>
<p>Deutlich problematischer allerdings Texte anerkannter &#8220;Experten&#8221;, wie jene Antworten auf &#8220;14 Fragen zur Süße eines Weines&#8221;, die ich jüngst in einem Blog lesen konnte. Da hieß es auf die Frage &#8220;Kann ein Wein überhaupt &#8220;trocken&#8221; schmecken&#8221;, trocken bedeute, &#8220;Im Wein ist praktisch kein Zucker mehr gelöst&#8221;, was dem Freund gerade deutscher Weine natürlich überhaupt nicht weiterhilft, denn dem werden ja nicht selten unter der Bezeichnung &#8220;trocken&#8221; Weine mit (bei entsprechender Säure) bis zu 9 g/l unvergorenem Restzucker angeboten, den man auch geschmacklich gelegentlich sehr deutlich wahrnehmen kann. <span id="more-804"></span></p>
<p>Und weiter geht es: &#8220;Was bedeutet halbtrocken?&#8221; &#8211; &#8220;Der Wein enthält eine geringe Menge Zucker. Genau: zwischen 10 und 18 Gramm pro Liter. Die Süße ist jedoch kaum zu schmecken.&#8221; Einmal abgesehen davon, dass der letzte Teil dieser Aussage auf den einen oder anderen halbtrockenen Wein durchaus zutreffen mag, enthält sie doch fast nur Unrichtiges. Die gesetzliche Definition von halbtrocken lautet auf 4 &#8211; 12 g/l Restzucker, und das ist die Regel. In Ausnahmefällen dürfen Weine bis 9 g/l bei entsprechend hohem Säuregehalt auch noch &#8220;trocken&#8221; genannt werden, und Weine mit 12 &#8211; 18 g/l Restzucker können (!) bei ebenfalls ausreichender Säure auch noch als &#8220;halbtrocken&#8221; deklariert werden. Eine Grenze von 10 g/l existiert überhaupt nicht, und die 18 g/l als Höchstgrenze gelten eben nur als Ausnahme.</p>
<p>Und so geht das munter weiter: Durchgegoren ist ein Wein der &#8220;keinerlei Zucker mehr aufweist&#8221; &#8211; Richtig ist, dass ein kleiner, allerdings geschmacklich nicht relevanter Zuckerrest auch in durchgegorenen Weinen zu finden ist. Das kleine Wörtchen &#8220;fast (keinerlei Zucker)&#8221; hätte aus diesem Satz eine für alle verständliche, richtige (!) Aussage gemacht.</p>
<p>So etwas wäre &#8211; ich wiederhole mich -, käme es von Weinfreunden, die ihr Wissen oder Halbwissen untereinander austauschen, nicht sonderlich ärgerlich, aber in diesem &#8211; wie anderen &#8211; Fällen stammt es aus der Feder renommierter Weinautoren. Dabei bedürfte es nur geringer Mühe &#8211; einmal in den Quellen, die jedem offenstehen, oder gar nur in den eigenen Notizen nachschlagen reicht meist! - und solche Fehler wären mit Leichtigkeit zu vermeiden. Statt dessen wird da schnell die Wüste Gobi zum potenziellen Weinbauland deklariert, die Rotweinbereitung als Prozess erklärt, bei dem &#8211; wie bei Weißweinen &#8211; der Saft zunächst von den Schalen und Stielen abgepresst wird, die ihm dann wiederum im Gärtank zugefügt werden &#8230;. und immer so weiter.</p>
<p>Handelte es sich in diesen Fällen um Wirtschafts- oder Politikberichterstattung, müssten die Herren Autoren, die so etwas verzapfen, wahrscheinlich mit raschen und deutlichen Abmahnungen rechnen. Nur beim Wein gilt, was mir einmal einer der berühmten Kollegen ins Notizbuch diktierte: &#8220;Es merkt ja eh keiner!&#8221;</p>
<p>Aha! Weil es also &#8220;eh keiner&#8221; merkt, dürfen wir Unsinn schreiben, brauchen wir nicht zu recherchieren, sind Zahlen, Daten, Fakten für uns bedeutungslos? Wundern müssen wir uns angesichts dieser Haltung nicht, wenn unsere Arbeit als Weinautoren, als Weinkritiker immer weniger geachtet (und entlohnt!!) wird. Und dass keiner mehr teure Hochglanzrevuen kaufen will, wenn er den Käse, der in diesen immer häufiger verkauft wird, auch gratis in seinem &#8220;Social Network&#8221; im Internet finden kann, muss dann wohl auch niemanden mehr wirklich erstaunen.</p>
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		<title>Der Preis des Ruhmes &#8211; Penfolds präsentiert den Jahrgang 2004 des Grange</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 09:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[Verkostung]]></category>
		<category><![CDATA[Weinkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Alljaehrlich beginnt um diese Zeit die Debatte um den Preis und die Qualitaet des Penfolds Grange, denn am 1. Mai wird traditionell der neue Jahrgang praesentiert.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=793&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<p><em>Von Michael Brecht</em> &#8211; Fragt man Weintrinker der ganzen Welt nach dem bekanntesten Wein Australiens, so wird in 9 von 10 Fällen der Grange von Penfolds genannt &#8211; mit diesem Namen verbindet die Weinwelt opulenten Shiraz aus den wärmsten Gegenden Australiens. Doch ist der Grange tatsächlich der größte Wein aus Down Under? Oder ist es ein eher überbewerteter Tropfen, vielleicht sogar unpassend für die heutige Zeit, sowohl was den Preis als auch was den Geschmack angeht?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-801" title="australia-sa-penfolds-max-schubert" src="http://enoworldwine.files.wordpress.com/2009/04/australia-sa-penfolds-max-schubert.jpg?w=450&#038;h=302" alt="australia-sa-penfolds-max-schubert" width="450" height="302" /><br />
Max Schubert († 1994), der &#8220;Erfinder&#8221; des Grange, im November 1978 in den Kellern des Weinguts Maggill von Penfolds (<em>Foto: Eckhard Supp</em>)</p>
<p>Alljährlich beginnt um diese Zeit die Debatte um den Preis und die Qualität des Penfolds Grange, denn am 1. Mai wird traditionell der neue Jahrgang präsentiert. Während in Deutschland der Tag der Arbeit gefeiert wird, greift Australiens Weinszene an diesem Tag tief in die Tasche und erwirbt eine Flasche des jeweils neuesten Releases.<span id="more-793"></span></p>
<p>Die Penfolds Winery gehört inzwischen zur <a href="http://www.downunderwines.net/2009/02/17/fosters-restructure-breakup-and-sell-off-to-help-shareholder-value-but-is-this-enough/"><strong>Foster&#8217;s Gruppe</strong></a>, und die hat in diesem Jahr den Preis für eine Flasche Grange deutlich angehoben. In einer groß angelegten Medienkampagne entschuldigt sich Peter Gago, der Chief Winemaker von Penfolds, fast schon für diesen Preis: Er weiß, dass eine Flasche Wein für 330 Euro nicht gerade in eine Zeit von Rezession und Weltwirtschaftskrise passt. Zeitgleich versichert er, dass der Jahrgang 2004 dem außerordentlich guten 1996er Jahrgang in Nichts nachsteht, diese Nachricht allein sei einen Preissprung wert.</p>
<p>Für mich ist der Penfolds Grange einer der grossen australischen Weine des vergangenen Jahrhunderts. Die Trauben stammen aus dem Barossa Valley und diversen anderen Weinbaugebieten South Australias. Die Gärung findet zunächst in großen offenen Bottichen statt und wird dann in neuen amerikanischen Fässern vollendet. Das Ergebnis ist ein kräftiger, voller, alkoholreicher Rotwein mit gewissen Jahrgangsunterschieden - aber: Ein Grange schmeckt letztlich immer wie ein Grange.</p>
<p>Die australischen Weine des 21. Jahrhunderts haben sich hingegen weiter entwickelt. Eine neue Generation junger Weinmacher erzeugt heute Einzellagenweine, die sich vom Charakter eines Grange kaum deutlicher unterscheiden könnten. Es sind großartige Weine eines neuen Stils, die wesentlich eleganter als ein Grange sein können &#8211; ich denke da beispielsweise an bestimmte Pinot noir aus Viktoria, diverse Grenache aus dem McLaren Vale oder auch an verschiedene Cabernet Sauvignon und Sangiovese aus cool-climate-Gebieten. Und das hat man inzwischen auch bei Penfolds erkannt.</p>
<p>Deren Bin 311 Chardonnay aus der Region Tumbarumba in New South Wales, der RWT Shiraz aus dem Barossa Valley oder auch der Cellar Reserve Pinot Noir aus den Adelaide Hills sind allesamt Weine, die perfekt in dieses Jahrhundert passen. So werden wir weltweit wohl weiterhin vom Penfolds Grange als traditioneller Marke Australiens hören. In Realität haben die Weinmacher von Penfolds hier aber längst mit der Produktion interessanterer und dankenswertweise auch preisgünstigerer Weine begonnen.</p>
<p>Mehr Informationen zur Herkunft der Penfolds Grange Weine finden Sie auf <a href="http://www.downunderwines.net/2009/04/26/penfolds-grange-the-australian-wine-icon-celebrates-the-release-of-its-2004-vintage/"><strong>downunderwines</strong></a></p>
Posted in Handel Tagged: Australien, Verkostung, Weinkritik <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/enoworldwine.wordpress.com/793/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/enoworldwine.wordpress.com/793/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/enoworldwine.wordpress.com/793/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/enoworldwine.wordpress.com/793/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/enoworldwine.wordpress.com/793/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/enoworldwine.wordpress.com/793/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/enoworldwine.wordpress.com/793/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/enoworldwine.wordpress.com/793/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/enoworldwine.wordpress.com/793/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/enoworldwine.wordpress.com/793/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=enoworldwine.wordpress.com&blog=5228852&post=793&subd=enoworldwine&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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