16. Juni 2009
Von Eckhard Supp – Jetzt hat der Krisenvirus in der Weinbranche offenbar auch Publikationen erwischt, von denen man bisher hoffen konnte, sie seien weitestgehend immun. Mit Schreiben vom 8. Juni d. J. hat der Christian Verlag die deutschen Weinerzeuger darüber informiert, dass die paradiesische Zeit des „Alles umsonst“ bei seinem Weinführer Gault-Millau Deutschland vorbei sei. Auch in Zukunft will man zwar – im Unterschied zu vielen anderen Publikationen und Verlagen - keine Gebühren für die Anstellung von Weinen zu den Verkostungen verlangen, lässt sich aber die kommerzielle Nutzung von Bewertungen, Logos, Markennamen und Texten durch die Erzeuger mit einem jährlichen Pauschalbetrag vergüten.
Der Schritt hat in der deutschen Winzerschaft einige Aufregung verursacht, und sogar wir, die wir mit dem Gault-Millau gar nichts zu tun haben, erhielten erboste Mails mit Hinweisen auf diesen „Skandal“, diese „Bettelei“, wie es explizit genannt wurde. Gelegentlich waren die Mails sogar anonymisiert, da man aus “Angst vor einem Abstieg (den) echten Namen nicht nennen“ mochte. Werner Elflein geht hier… ebenfalls darauf ein. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Eckhard Supp
8. Juni 2009
Von Eckhard Supp – Dass Robert Parker, der amerikanische Weinguru mit ausgeprägter Vorliebe für Weine aus Bordeaux, aus Kalifornien und von der Rhône, in der Vergangenheit unumstritten gewesen wäre, würde wohl niemand zu behaupten wagen. Kritiker hatte der berümteste Weinkritiker der Welt zu allen Zeiten, aber oft vermischte sich die Kritik mit viel Neid, und das machte sie immer auch ein Stück weit unglaubwürdig, vergrößerte eher noch den Ruhm des Kritisierten.
Jetzt aber hat sich Robert Parker gleich zwei Mal derart in die Nesseln gesetzt, dass man berechtigte Zweifel daran haben darf, ob er noch in dieser Welt zu Hause ist und noch einen Rest Realitätsbezug besitzt. Er ist dabei, sich selbst zu demontieren, und das viel gründlicher, als es seine Kritiker je konnten. Götterdämmerung für den Guru, also? Nun, es könnte sogar noch schlimmer sein, und manch ein Beobachter der Weinszene spricht bereit von einer Götterdämmerung für die Weinkritik, den Weinjournalismus schlechthin. Den Rest des Beitrags lesen »
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16. März 2009
Von Eckhard Supp – Vor einigen Tagen bin ich via Twitter auf einen Blogbeitrag von Gabriella Opaz, Mitglied des brititschen „Circle of Wine Writers“, einer nationalen Weinschreibervereinigung, gestoßen, die sich mit der Haltung der britischen Kollegen zum Bloggen auseinandersetzt. Sie zitiert darin Julie Arkell, die Präsidentin dieser Vereinigung, mit den Worten: „Full-time wine communication is certainly not a requirement of membership – we look for quality rather than quantity. Having said this, we do not accept applications from wine bloggers if this is all they write, however well they do it,“ auf deutsch: „Man muss nicht hauptberuflich in der Weinkommunikation tätig werden, um Mitglied (im CWW, d. Red.) zu werden – wir sind mehr an Qualität als an Quantität interessiert. Allerdings akzeptieren wir keine Weinblogger, die ausschließlich bloggen, als Mitglieder, wie gut sie das auch immer machen mögen!“
Gabriella Opaz, die paradoxerweise CWW-Mitglied ist, obwohl sie ausschließlich bloggt, hat diese Äußerung zum Anlass genommen, sich bitterlich über die Arroganz der Kollegen, die für britische Printmedien schreiben, zu beklagen. Recht hat sie, eine solche Haltung ist tatsächlich ungeheuerlich, einmal abgesehen davon, dass sie auch schlicht saudumm ist. In Deutschland, das sei an dieser Stelle noch einmal erinnert, sind fast alle „Printer“ (Schreiber für Printmedien), die sich so gebärdeten, an ihrer Arroganz inzwischen wohl schon erstickt, denn ihre Medien (Wein Gourmet, Alles über Wein, vielleicht bald Vinum) gibt es nicht mehr. Den Rest des Beitrags lesen »
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6. März 2009
Von Eckhard Supp – Schon im vergangenen Jahr, als im Verlag des Gambero Rosso mit dem Rauswurf von Mitgründer Stefano Bonilli ein dramatischer Machtwechsel vollzogen wurde, konnte man sich der düsteren Ahnungen über die Zukunft des prestigeträchtigsten aller italienischen Weinführer kaum noch erwehren. Jetzt, so die letzten Nachrichten aus Italien, scheint dessen Schicksal endgültig besiegelt.
Zwischen den beiden Mitherausgebern, den Verlagen Gambero Rosso in Rom und Slow Food Editore mit Sitz im piemontesischen Bra, die sich schon in den letzten 15 Jahren immer mal wieder bis auf’s Messer gestritten hatten – ich erinnere mich an mehrere Gelegenheiten Anfang der 1990er-Jahre, bei denen beide Seiten mich als Mitautoren und Verantwortlichen für Venetien sozusagen prophylaktisch auf ihre Seite zu ziehen versuchten -, ist es jetzt zum endgültigen Zerwürfnis gekommen. Den Rest des Beitrags lesen »
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12. Februar 2009
Von Eckhard Supp – Nach der Meldung über einen möglichen Verkauf von Vinum erreicht uns jetzt die nächste Hiobsbotschaft aus dem Reich der Printmedien: Der Feinschmecker Wein-Gourmet, die vierteljährlich erscheinende „Schwester“ der Zeitschrift Feinschmecker, wird – nur neun Jahre nach seiner Gründung – eingestellt. Das meldete heute um 12:58 der Branchendienst Meedia unter Berufung auf Informationen aus dem Verlag.
Als aktuellen Grund führt Meedia vor allem das im letzten Jahr stark rückläufige Anzeigengeschäft an, das die Zeitschrift wohl in den letzten Jahren noch über Wasser gehalten hat. Tatsache ist, dass die „harte“ verkaufte Auflage (Abonnement und Einzelverkauf, ohne Berücksichtigung der Sonderverkäufe, Bordexemplare, Freistücke etc.) schon seit Jahren schwächelte. Nach einem ersten Höhenflug in den Jahren 2002 und 2003 (im ersten Quartal der beiden Jahre lag sie über 30.000 Exemplare) sank sie schon 2005 auf nur noch 16.350 Exemplare, „berappelte“ sich aber zwischenzeitlich noch einmal bis auf 23.000 Hefte, um dann 2007 und 2008 die endgültige Talfahrt anzutreten, die ihre letztlich das Genick brach. 16.900 Hefte wurden im 1. Quartal 2008 noch verkauft, 16.400 im dritten. Den Rest des Beitrags lesen »
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28. Januar 2009
Von Eckhard Supp – Wow! Das hat mich jetzt doch überrascht! Sehe gerade, dass wir am 13. Januar von wordpress.com auf Platz 86 der „Growing Blogs“ weltweit gelistet waren. Mit nur zwei besser platzierten deutschsprachigen Blogs. Das ist für ein Spezialistenthema mit so beschränkter Interessentenzahl wirklich erstaunlich.
Danke an alle Mitblogger und Leser und: Immer weiter so!
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27. Januar 2009
Von Eckhard Supp - Ich gebe es zu: Mich packt der pure Neid, wenn ich Effilee sehe, das neue „Magazin für Essen und Leben“, und das, obwohl ich weder mit diesem etwas hölzernen Untertitel, noch mit der vermurksten Schreibweise von „effilé“ viel anfangen kann. Dieses Heft – oder zumindest etwas Ähnliches, denn ich musste ja auf einen großen, traditionellen Leserkreis Rücksicht nehmen – entspricht nämlich über große Strecken dem, was ich gerne zumindest aus einem der zwei Titel gemacht hätte, für die ich vor einigen Jahren bei Gruner & Jahr verantwortlich war.
Leider stand ich damit allein auf weiter Flur, und deshalb zog ich es auch schon nach fünf Monaten vor, meinen Hut zu nehmen – ohne auch nur eine meiner Ideen verwirklicht zu haben.
Aber genug der Nostalgie! Schon der Umschlag zeigt, dass es sich bei Effilee nicht um eine neue Kochzeitschrift handelt. Oder zumindest nicht nur! Das minimalistische Design mit starker Typo-Dominanz ist nämlich ganz offensichtlich nicht für „Heimchen am Herd“ gedacht, sondern für moderne Menschen, für die gepflegt essen (und trinken?, aber dazu später) offensichtlich zum integralen Bestandteil ihrer Lebenskultur geworden ist. Und für Menschen, für die der Diskurs über Essen & Trinken einen ähnlichen Stellenwert besitzt, wie die beiden Tätigkeiten selbst. Den Rest des Beitrags lesen »
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26. Januar 2009
Von Heinz H. Behrens – Verehrte WorldWine Blogger! Allen Verlagsmanagern ist klar: Die Print-Auflagen (und Umsätze!) befinden sich im Sinkflug – die Online Nutzung nimmt dagegen zu. Wie aber damit umgehen? Eine neue Studie „Zeitungen Online 2008“ hat untersucht, wie die 100 auflagenstärksten deutschen Tageszeitungen in ihren Webseiten auf das neue Mediennutzungsverhalten reagieren und wie sie Print und Online verzahnen. Ein Ergebnis: 82 Prozent setzen auf Videos und immer weniger auf Chats und Foren. Mehr dazu finden Sie unter meedia.de.
Der Abo- und Leserschwund betrifft natürlich auch und gerade die sog. „Special-Specialinterest-Zeitschriften“, also geringauflagige Zielgruppenblätter, die, wie Insider gern spötteln, sich an „rechtsrheinisch radelnde Pfarrerstöchter“ richten. Ob dazu Wein-Fachzeitschriften für Endverbraucher gehören, wage ich nicht zu beurteilen. Dafür spricht, dass solche Zielgruppenblätter besonders hart gegen die Kostenlawine zu kämpfen haben (Papier, Post-Zeitungsdienst etc.) und darum immer teurer werden – vieles spricht aber auch dagegen. Etwa der Altersdurchschnitt der Leser: Weintrinker stammen bekanntermaßen nicht gerade aus sehr jungen Zielgruppen (die online-affiner sind) sondern gehören eher zu den einkommensstärkeren älteren Personengruppen. Und die haben noch keine große Abneigung gegen Papier entwickelt und müssen auch nicht unbedingt am Medienbudget sparen. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Heinz Behrens
21. Januar 2009
Von Eckhard Supp – Wer die Diskussionen der letzten Zeit um den Niedergang der Print- und den rasanten Aufstieg der Onlinemedien verfolgt hat, wird sich manchmal verdutzt die Augen reiben. Denn während inzwischen 60 % der deutschen Bevölkerung online ist, während ganze Altersgruppen ihre Informationen überwiegend im Internet suchen, während selbst in der jüngsten Wahlberichterstattung der großen TV-Kanäle Blogger und Twitterer hofiert wurden, halten die Winzer und die Weinhändler in nicht mehr verständlicher Treue an den Printmedien fest, alimentieren sie mit ihren Werbeausgaben und kümmern sich offenbar einen feuchten Kehricht darum, dass sie nicht mehr gelesen werden.
Eine schlüssige Erklärung für dieses Phänomen habe ich bisher noch nicht gefunden. Denn inzwischen haben fast alle Winzer und Händler ihre EDV-Anlage, surfen im Internet, füllen sogar schon Formulare im Internet aus und nutzen ganz selbstverständlich E-Mail und SMS. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Eckhard Supp
12. Januar 2009
Von Eckhard Supp – Wenige Tage nur ist es her, da habe ich hier… über die Krise bei den Printmedien, insbesondere im Genuss-Segment, berichtet und geschrieben: „Dasselbe (ihnen könnte die Luft ausgehen, E. S.) gilt für die noch verbliebenen drei oder vier Weinzeitschriften (v. a. Vinum, Weinwelt, Wein Gourmet), die seit vier oder fünf Jahren allesamt recht kontinuierlich Leser verlieren, so dass man sich bei einigen von ihnen – wohlgemerkt, ich spreche von den “Publikums”titeln, nicht von den Fachblättchen - schon fragen muss, ob überhaupt noch jemand außer Winzern und Weinhändlern sie liest. Wenn ihnen das Anzeigengeschäft in den kommenden Monaten substanziell wegbricht, werden wohl nur eine oder zwei überleben.“
Meine Vermutung hat sich offenbar schneller bewahrheitet als ich ahnen konnte. Wie Mario Scheuermann in seinem drinktank heute schreibt, soll der Münsteraner Landwirtschaftsverlag den Verkauf des Traditionstitels bereits beschlossen haben und Akquirenten suchen. Das Gerücht wurde mir in mehreren Telefonaten in fast alle Ecken der Republik bestätigt und scheint nur aufgrund der Feiertage und Ferien über den Jahreswechsel erst jetzt den Weg in eine breitere Öffentlichkeit geschafft zu haben. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Eckhard Supp