Who pays the piper calls the tune…

28. November 2008

  

Von Michael Pleitgen – „Who pays the piper calls the tune“ … ist ein altes englisches Sprichwort. Die deutsche Entsprechung ist genauso alt und heißt: „wer zahlt, schafft an.“ Eine allgemein anerkannte Spielregel unserer Gesellschaft: Der Chef zahlt das Gehalt des Angestellten und bestimmt damit, was dieser zu tun oder zu lassen hat. Der Gesetzgeber gibt dafür den Rahmen in Form von Arbeits- und Tarifrecht vor. Im Restaurant bestimme ich, was auf meinen Teller kommt. Weil ich schließlich dafür bezahle.

Wer bestimmt, was in den Medien Thema ist? Krombacher, Eon, Addidas und Co ermöglichen Brot und Spiele und die Sponsoren die rauschende Nacht des Presseballs. Zeitungen werden nicht von den Käufern oder Abonnenten finanziert, sondern von den Anzeigenkunden. Das lernt man heute schon fast in der Grundschule. Die Aufregung ist immer dann groß, wenn das Auftraggeber-Auftragnehmer Verhältnis zu offentsichtlich wird. Dann scheint die Glaubwürdigkeit der Medien erschüttert, die Unabhängkeitder 4. Gewalt gefährdet, das Abendland in Gefahr. Machen wir uns nichts vor: der erste Sündenfall geschah im Paradies. Das Paradies existiert nur in der Vorstellung, genauso wie das paradiesische Zeitalter der unabhängigen Medien. Den Rest des Beitrags lesen »